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Was ist zu tun bei einem Wildunfall?

Was ist zu tun bei einem Wildunfall?

Laut ADAC ereignen sich jährlich über 200.000 Wildunfälle auf Deutschlands Straßen. Die Dunkelziffer ist allerdings mindestens dreimal so hoch, da Kollisionen mit Füchsen, Hasen oder anderen Tieren in dieser Statistik nicht erfasst werden.

Insbesondere im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen rasant: Dämmerung, regennasse Fahrbahn und fallendes Laub erschweren die Sicht, und so kommt es zu dieser Jahreszeit besonders auf ländlichen Straßen leider immer wieder zu tödlichen Zusammenstößen. Auch wird es früher dunkel, und viele Wildtiere werden aktiv, wenn auf den Straßen noch der Feierabendverkehr herrscht. Nun ist besondere Vorsicht geboten. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Wildunfällen vorbeugen können und wie Sie bei einem Unfall reagieren sollten.

Straße Nebel Wald

1. Vorsichtsmaßnahmen

Alle Mitfahrer sollten angeschnallt sein, bevor die Fahrt angetreten wird. Bremsen, Fahrtlichter und Reifen sollten zu jeder Zeit in einem guten Zustand sein. Auch die Funktionalität der Bremslichter ist zu überprüfen.

2. Achtung bei Wald- und Feldzonen

Insbesondere Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen und neue Straßen, die durch Waldgebiete führen, stellen eine erhöhte Gefahrenquelle dar. Warnschilder, die auf einen erhöhten Wildwechsel hinweisen, sollten ernst genommen werden: Erhöhte Achtsamkeit ist empfohlen und die Geschwindigkeit sollte reduziert werden, sodass Sie jederzeit bremsbereit sind.

3. Wenn ein Tier auf der Straße steht

Wenn Sie ein Wildtier auf der Fahrbahn entdecken, ist Vorsicht geboten, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich weitere Tiere in der Nähe befinden. Nun heißt es bremsen, abblenden und gegebenenfalls hupen. Fernlicht irritiert Tiere und lässt sie in eine körperliche Starre verfallen, die sie am Flüchten hindert.

4. Bremsen und Lenkrad gerade halten

Sollte ein Unfall unvermeidbar sein, ist kräftiges und beständiges Abbremsen genauso wichtig wie das Einhalten der eigenen Fahrspur. Ausweichmanöver sind gefährlich – sie haben häufig verheerende Folgen, auch für andere Verkehrsteilnehmer.

5. Unfallort absichern

Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Wildunfall kommt, gilt: Ruhe bewahren. Autofahrer müssen umgehend die Warnblinkanlage einschalten, um andere Verkehrsteilnehmer zu informieren. Anschließend ist die Unfallstelle mit einem Warndreieck abzusichern und eine Warnweste anzuziehen.

6. Polizei verständigen

Beobachtet oder verursacht ein Autofahrer einen Wildunfall, sollte er unbedingt an sicherer Stelle anhalten, auch wenn das angefahrene Tier flüchtet. Die Fluchtrichtung ist zu notieren und die Polizei zu verständigen. Denn das Tier könnte schwer verletzt sein und qualvoll sterben.

Reh Wildwechsel

Verletztes Wildtier gefunden?

Falls Autofahrer ein verletztes und angefahrenes Tier finden, sollten sie sich dem Tier nicht nähern, es nicht mit der Taschenlampe anleuchten und es nicht berühren – es handelt sich um ein Wildtier, das nicht an Menschen gewöhnt ist und leicht in Panik versetzt wird. Der Unfallort ist abzusichern, dann kann auf Hilfe gewartet werden.

Vorbeugungsmaßnahmen für Wildunfälle

Ganz vermeiden lassen sich Kollisionen durch die Vorsicht der Autofahrer nicht. Städte und Gemeinden sind dazu aufgerufen, weiterhin in Vorbeugungsmaßnahmen von Wildunfällen zu investieren. Dazu zählen unter anderem die Installation von Wild- und Duftzäunen und das Anbringen von Reflektoren und LED-Warnschildern. Mit diesen Maßnahmen könnte die Zahl der Wildunfälle drastisch reduziert werden.

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