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Volkswagenstiftung: Unterstützer grausamer Tierversuche

Volkswagenstiftung: Unterstützer grausamer Tierversuche

In der jüngeren Vergangenheit berichteten die Medien vermehrt darüber, dass die Volkswagenstiftung seit 2004 umstrittene Tierversuche an Mäusen, Vögeln und Affen unterstützte. Unter anderem finanzierte die Stiftung Studien in Bereichen wie Neurobiologie, Schmerzforschung, Zoologie und Stressforschung. Auf Kritik reagierten die Verantwortlichen zunächst nicht. [1]

Die Volkswagenstiftung: Unterstützer sinnloser Tierversuche an Mäusen und Ratten

Wie 2016 bekannt wurde, förderte die Volkswagenstiftung mit Sitz in Hannover eine Studie [2], für die Mäuse qualvolle Experimente über sich ergehen lassen mussten. Hierbei wurde zunächst das Gehirn der Mäuse manipuliert, anschließend wurden die sensiblen Tiere immer wieder verschiedenen Hell-Dunkel-Zyklen ausgesetzt, um ihren natürlichen Schlafrhythmus zu zerstören und sie extremem Stress auszusetzen. Zuletzt wurden die Mäuse getötet und ihre Organe entnommen.

In einem weiteren von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekt wurden Versuche zum Sexualverhalten weiblicher Mäuse durchgeführt: Die Experimentatoren trugen dazu eine Kochsalzlösung auf die Genitalien der Tiere auf, um die Phase des Sexualzyklus zu bestimmen. Darüber hinaus fügten sie den Tieren gezielt Hirnverletzungen zu. [3]

Finanzierung grausamer Experimente an Singvögeln: Volkswagenstiftung machte sich mitschuldig

Recherchen des Vereins „Ärzte gegen Tierversuche“ enthüllten bereits 2007, dass die Volkswagenstiftung auch grausame Experimente der Universität Oldenburg an Singvögeln förderte. Dafür wurden beispielsweise Rotkehlchen aus ihrem natürlichen Lebensraum entrissen und anschließend in fensterlosen Räumen oder kleinen Einzelkäfigen eingesperrt. Unter anderem wurde ihnen die Schädeldecke aufgeschnitten, um eine Markersubstanz in ihr Hirn oder in den Sehnerv zu injizieren. In anderen Versuchen zerstörten die Experimentatoren den Gehörsinn der Vögel, indem sie die Hörschnecke aus dem Innenohr entfernten. Einigen Vögeln klebten sie die Augen zu oder verstopften ihre Ohren, damit sich die Tiere nicht mehr orientieren konnten. 2016 machten Forscher Vögel durch ein künstliches elektromagnetisches Feld orientierungslos. Erst im folgenden Jahr köpften sie die Tiere und präparierten ihre Netzhaut, um sie zu untersuchen. Im Rahmen der Experimente sollten neue Erkenntnisse zum Navigationssinn der Vögel gewonnen werden. Für Vögel bedeuten solche Manipulationen ungeheuren Stress und immenses Leid.

Volkswagenstiftung finanzierte jahrelang Tierquälerei

In anderen Versuchen wurden Bestandteile von Chilischoten in die Füße von Mäusen injiziert, um die Schmerzreaktion der Tiere zu untersuchen. Außerdem wurden durch Verstopfen einer Hirnarterie Schlaganfälle bei Mäusen künstlich herbeigeführt. Anschließend mussten die Tiere schwimmen, bis sie aufgaben, um einen Zusammenhang zwischen Schlaganfällen und Depressionen zu untersuchen. An Ratten testeten Forscher außerdem, welche Nerven im Gehirn aktiv sind, während ihre Schnurrhaare durch einen Luftstrom bewegt wurden. Sogar die seit Jahren umstrittenen Hirnversuche an Affen, bei denen die Tiere durch Wasserentzug gefügig gemacht werden, wurden von der Volkswagenstiftung gesponsert. Solche unsinnigen Experimente sind nur mithilfe finanzieller Unterstützung, wie etwa von der Volkswagenstiftung, möglich – ohne diese Finanzierungen müssten zahlreiche Experimentatoren ihre Arbeit einstellen. [4]

Die Volkswagenstiftung ist keine Unternehmensstiftung: Ihr Kapital stammt aus der Privatisierung der heutigen Volkswagen AG, und die Fördermittel entstammen dem Kapital und aus den VW-Aktien des Landes Niedersachsen. [4] Als Namensgeber trägt der Autokonzern jedoch eine Mitverantwortung.

Nach der medialen Berichterstattung über Diesel-Abgastestungen an Affen im Februar 2018 gab Volkswagen bekannt, sämtliche Forschungsprojekte in Kooperation mit weltweit mehr als 1.700 Instituten überprüfen zu wollen. Der Konzern kündigte an, dass es künftig einen Ethikkatalog geben solle, um eine sensiblere Unternehmenskultur zu schaffen. [5]

Tierversuche beenden und tierleidfreie Methoden unterstützen

Wir von PETA Deutschland haben die Stiftung nach dem Bekanntwerden ihrer finanziellen Unterstützung von absurden Tierversuchen an Mäusen 2018 in einem Schreiben gebeten, die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Instituten zu beenden. Die Verantwortlichen argumentierten, dass sie selbst Tierversuche weder beauftragten noch durchführten, aber ihrer Ansicht nach Tierversuche nicht aus der Wissenschaft wegzudenken seien – daher lehne die Stiftung Projekte mit Experimenten an Tieren nicht ab. Daraufhin ließen wir Dr. Wilhelm Krull, dem damaligen Generalsekretär der Volkswagenstiftung, eine aktuelle Petition mit 17.200 Unterschriften zukommen, in der wir die Etablierung einer tierfreundlichen Stiftungspolitik forderten. Auf unser Schreiben reagierte die Institution nicht. Die ausbleibende Reaktion und Einsicht der Verantwortlichen der Volkswagenstiftung lässt darauf schließen, dass sie den Aufruhr aussitzen und von ihrer Haltung gegenüber Tierversuchen nicht abweichen wollen. Die Petition ist weiterhin online – Tierfreunde sind eingeladen, mit ihrer Unterschrift gemeinsam mit uns ein Zeichen gegen die qualvollen Experimente zu setzen.

Tierversuche sind ethisch nicht vertretbar und stehen dem medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt sogar im Weg. Mittlerweile haben sich viele tierfreien Methoden bewährt, denn sie sind nicht nur tierfreundlicher, sondern auch sicherer für den Menschen. PETA unterstützt Firmen und Organisationen beim Umstieg von Tierversuchen auf effektivere und moderne tierfreie Forschungs- und Testmethoden. Dazu gehören zum Beispiel In-vitro-Tests, computergestützte Programme und klinische Studien.

 

Quellen

[1] Anslinger, Tobias (2018): Volkswagenstiftung finanzierte Tierversuche, in: Die Stiftung, https://www.die-stiftung.de/praxis-projekte/Volkswagenstiftung-finanzierte-tierversuche-75713/ (eingesehen am 01.09.2020)

[2] Roedel, Angelika et. al (2006): Effects of light or dark phase testing on behavioural and cognitive performance in DBA mice, https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1258/002367706778476343https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1258/002367706778476343 (eingesehen am 31.08.2020)

[3] Veggy-Post (2016): Volkswagenstiftung unterstützt unwissenschaftliche Tierversuche: PETA fordert Umstieg auf tierfreie Methoden, https://veggy-post.de/Volkswagenstiftung-unterstuetzt-unwissenschaftliche-tierversuche-peta-fordert-umstieg-auf-tierfreie-forschungsmethoden/ (eingesehen am 10.09.2020)

[4] Ärzte gegen Tierversuche (2018): Volkswagenstiftung finanzierte unfassbare Tierversuche an Singvögeln und anderen Tieren, https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/presse/pressearchiv/2944-pressearchiv-2018?start=4 (eingesehen am 01.09.2020)

[5] Germis, Casten (2018): VW: Keine Forschung mehr mit der Konkurrenz, in: FAZ.NET, https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/vw-stellt-alle-forschungsprojekte-auf-den-pruefstand-15459472.html (eingesehen am 01.09.2020)