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Veganer Honig: Diese pflanzlichen Honigalternativen gibt es

Veganer Honig: Diese pflanzlichen Honigalternativen gibt es

Für einen Löffel Süßes im Tee oder auf dem Frühstücksbrötchen muss man nicht auf Honig zurückgreifen und damit die Ausbeutung von Bienen unterstützen. Es gibt viele altbekannte und neue tierfreundliche Alternativen. Wie Honig sind sie meist geringer verarbeitet als „Industriezucker“ und haben einen feinen Eigenschmack.

Veganer Honig – die bienenfreundliche Alternative

Bienen stellen Honig für ihren eigenen Bedarf her und geben ihn nicht freiwillig ab. In der industrialisierten Honigproduktion wird der entnommene Honig durch Zuckerlösungen ersetzt. Die meist stressigen und unnatürlicheren Lebensbedingungen, die schlechtere Ernährung und die mögliche Tierquälerei können das Immunsystem der Bienen schwächen und sie so anfällig für Krankheiten machen. Wieso also anderen etwas wegnehmen, das für das eigene Leben gar nicht nötig ist? Menschen brauchen Honig, weder für ihre Gesundheit noch zum Kochen oder Backen.

In vielen Rezepten ließe sich Honig durch Haushaltszucker ersetzen. Doch wer geringer verarbeitete Lebensmittel bevorzugt oder ein flüssiges Süßungsmittel sucht, hat eine große Bandbreite an leckeren, veganen Honigalternativen zur Auswahl. Man findet sie in Super-, Drogerie- und Biomärkten sowie in Reformhäusern und Onlineshops aber auch vermehrt in Discountern.

Durch das Anzapfen zuckerhaltiger Pflanzen, das Eindicken von Fruchtsäften oder aus Getreide entsteht eine Vielzahl an sogenannten süßenden Lebensmitteln. Die eingedickten, konzentrierten Pflanzensäfte werden entweder als Sirup, Dicksäfte und manchmal auch als Kraut bezeichnet.

Agavendicksaft und Agavencreme – Süße aus der Wüste

Dicksaft aus der Agave, einem in Mittelamerika beheimateten Kaktus, war wohl schon zur Zeit der Azteken bekannt. Angebaut werden die Agaven für den Dicksaft heute hauptsächlich in Mexiko.

Agavendicksaft besteht zu einem Großteil aus Fructose und hat deswegen nicht nur einen leicht fruchtigen Geschmack, sondern ist wie Honig auch etwas süßer als Haushaltszucker. Heller Agavendicksaft schmeckt milder als dunkler. Agavendicksaft eignet sich durch seinen geringen Eigengeschmack und seine guten Geliereigenschaften zum Süßen vieler Speisen wie Tortencremes, Desserts, warme Getränke, Fruchtaufstriche und Kuchen.

Im Handel findet sich neben Agavendicksaft mittlerweile auch Agavencreme, eine Alternative zu cremigem Honig.

Dattelsirup – natürliche Süße aus dem Orient

Dattelsirup ist hierzulande noch relativ unbekannt und meist nur in Bioläden zu finden, dabei soll dieses Süßungsmittel schon früh im Orient bekannt gewesen sein. Der Sirup lässt sich zum Süßen von Tees und Smoothies, zum Backen, für Desserts und als Topping auf Joghurt und Müsli verwenden. Mit seiner fruchtigen Note rundet er auch Marinaden und orientalische Gerichte perfekt ab.

Fruchtdicksäfte und Fruchtkraut – fruchtig und heimisch

Bei Fruchtdicksäften handelt es sich um stark konzentrierte Säfte, am gängigsten sind Apfel-, Birnen- und Traubendicksaft. Die Säfte eignen sich zum Süßen von Kompott, Fruchtaufstrichen und Süßspeisen, können aber auch Dressings eine süßliche und fruchtige Note verleihen.

Der große Vorteil dieser Honigalternative ist, dass die Hauptzutat für Dicksäfte regional angebaut und verarbeitet werden kann.

Ahornsirup – Alternative aus dem Norden Amerikas

In Kanada und den USA ist Ahornsirup schon lange ein fester Bestandteil der lokalen Küche. Noch bevor es Zucker aus Rüben oder Zuckerrohr gab, wurde er von den Algonquin-Indianern entdeckt. Doch auch hierzulande gewinnt er an Beliebtheit, u. a. als Honigalternative. Ahornsirup ist nicht so süß wie Haushaltszucker, hat aber auch weniger Kalorien.

Die Grad-Bezeichnungen auf Ahornsirup werden anhand der Lichtdurchlässigkeit bestimmt. Im Laufe der Ernteperiode verändern sich Farbe und Geschmack des Ahornsaftes durch den höher werdenden Anteil von Begleitstoffen. Grad AA hat eine sehr helle Farbe und einen milden Geschmack, Grad D eine dunkle Farbe und kräftigen Geschmack. So findet sich immer eine passende Alternative zu den verschiedenen Honigsorten. Mit seiner leichten Karamell-Note passt Ahornsirup perfekt zu Desserts. Traditionell wird er zu Waffeln und Pfannkuchen serviert. Auch Dressings und süß-saure Gerichte lassen sich damit verfeinern.

Kokosblütensirup – exotisch und mit Karamellnote

Auch aus dem Blütensaft verschiedener Palmpflanzen können süßende Lebensmittel gewonnen werden, so u. a. aus der Kokospalme. Kokosblütenzucker bzw. -sirup wird in tropischen Regionen gewonnen. Der Sirup lässt sich mit seiner feinen Karamellnote zum Süßen von Getränken, Backwaren und Desserts verwenden und gibt auch Dressings ein köstliches Aroma.

Stichfeste wissenschaftliche Belege für die teils angeführten gesundheitlichen Vorteile von Kokosblütenzucker fehlen bislang bzw. stammen von Herstellern. Der Saccharosegehalt ähnelt dem von Haushaltszucker und auch der Mikronährstoffgehalt ist gering.

Löwenzahnhonig – die selbstgemachte Honigalternative

Wer beim Thema Löwenzahn an Unkraut denkt, der verpasst so einiges. Löwenzahn kann von der Wurzel bis zur Blüte in der Küche verwendet werden und enthält eine Reihe von wertvollen Inhaltsstoffen.

Wer gerne selber in der Küche werkelt, kann z. B. aus den Blüten sogenannten Löwenzahnhonig herstellen. Dafür werden die goldgelben Blüten solange mit Wasser und Zucker eingekocht, bis ein dunkler, zäher Sirup entsteht. Wer ungern in der Küche steht, diese Honigalternative aber trotzdem probieren möchte, bekommt sie mittlerweile auch von kleinen Manufakturen.

Malzextrakt – herb und nicht zu süß

Der sirupartige Malzextrakt wird in der Regel aus Gerste hergestellt. Er ist wesentlich weniger süß als andere vegane Honigalternativen. Malzextrakt findet sich vor allem in der handwerklichen und industriellen Herstellung von Backwaren und wird dort u. a. zum Dunkelfärben von Brot verwendet. Daheim passt er gut zu Milchreis und süßen Aufläufen und ist auch lecker als Brotaufstrich.

Reissirup – fructosearme Alternative

Auch aus Reis und anderem Getreide wie beispielsweise Dinkel lassen sich süße Sirupe herstellen. So ist Reissirup auch für Menschen mit einer Fructosemalabsorption geeignet, da er nur einen sehr geringen Fructosegehalt hat. Er ist sehr mild im Geschmack und eignet sich als Brotaufstrich, zum Süßen von Desserts und zum Backen. Dabei kann er wie Honig verwendet werden.

Dinkelsirup ist etwas malziger im Geschmack, aber dennoch sehr vielseitig. Für Menschen mit Zöliakie ist er aufgrund des Glutengehalts nicht geeignet.

Zuckerrohr-Melasse

Zuckerrohr-Melasse hat einen ähnlich charakteristischen Eigengeschmack wie Zuckerrübensirup. Sie eignet sich zum Süßen von kräftigen Backwaren aus Vollkorn oder für Lebkuchen. Auch kräftige Saucen und Marinaden kann man damit abschmecken. Zuckerrohrmelasse schmeckt als vegane Alternative zu Honig aber auch in warmen Pflanzendrink.

Zuckerrübensirup – regional und mit kräftigem Geschmack

Eine tolle Honigalternative für jeden, der es etwas kräftiger im Geschmack mag, ist Zuckerrübensirup. Er ist auch unter den Begriffen Rübenkraut, Rübensaft oder Zuckerrübenkraut im Handel zu finden. Der Sirup passt mit seinem charakteristischen Eigengeschmack zu Pfannkuchen, Kartoffelpuffern, Gewürzgebäck und Brot.

Zuckerrübensirup hat den Vorteil, dass Zuckerrüben in Deutschland und anderen Ländern mit gemäßigtem Klima wachsen und der Sirup so keine langen Transportwege hat. Zuckerrübensirup ist zudem lange haltbar und enthält Eisen.

Mit Honigalternativen vielseitig vegan kochen und backen

Honigalternativen bringen mit ihrem feinen Malz- oder Karamellgeschmack sowie ihren eigenen Aromen Abwechslung in die Küche. Das kann helfen, den Geschmack von Speisen zu unterstreichen und den Zuckergehalt zu reduzieren.

Viele weitere Tipps und leckere Rezepte für eine vielseitige vegane Küche finden Sie auf unserer Website.