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Trophäenjagd: Das blutige Hobby der Jäger ist eine Gefahr für den Artenschutz

Trophäenjagd: Das blutige Hobby der Jäger ist eine Gefahr für den Artenschutz

Bei der Trophäenjagd geht es Jägern vornehmlich um die Lust am Töten und darum, sich in heimischen Jägerkreisen mit Trophäen zu brüsten. Hobbyjäger gehen auf Reisen, um exotische und seltene Tiere zu töten. Auch Tausende deutsche Jäger reisen jährlich in ferne Länder, um auf Großwildjagd zu gehen. Selbst für gefährdete Arten wie Elefanten, Nashörner, Löwen und Eisbären werden immer wieder Abschussgenehmigungen erteilt – denn die Kunden zahlen Zehntausende Dollar, um ein Leben zu beenden.

Die Trophäenjagd begünstigt Wilderei und Artensterben

Für Trophäenjäger aus der ganzen Welt ist Afrika ein beliebtes Reiseziel, denn nur hier können sie sogar vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Elefanten, Löwen und Nashörner töten. Dies gefährdet jedoch nicht nur die Population vieler Tierarten, sondern begünstigt auch den illegalen Handel mit Körperteilen geschützter Tiere. Weil „legale“ Trophäen wie Stoßzähne oder Tierhäute im Umlauf sind, können Artenschützer und Behörden diese nur schwer von den gewilderten Körperteilen unterscheiden. Dies fördert den Schmuggel, der oft mit in afrikanischen Ländern gefälschten Papieren vonstattengeht.

Des Weiteren begehren Trophäenjäger in der Regel die stärksten und schönsten Tiere. Gerade diese sind aber am wichtigsten für die Arterhaltung, da sie in der Regel für Nachkommen und das Überleben einer Art sorgen.

Die Populationen der Afrikanischen Elefanten und vieler anderer Tierarten wie Löwen, Nashörner oder Leoparden verzeichneten in den letzten Jahren starke Rückgänge. Aus einer wissenschaftlichen Studie über die Jagd auf Löwen in Tansania geht hervor, dass die legale Trophäenjagd – und nicht etwa Wilderei oder der Verlust von Lebensräumen – der Hauptfaktor für den deutlichen Rückgang der Wildtiere ist. [1]

Deutschland genehmigt immer noch Importe von Jagdtrophäen

Während Länder wie Australien bereits ein Importverbot für Jagdtrophäen erlassen haben, wird in Deutschland jährlich die Einfuhr von Hunderten Trophäen genehmigt. Bisher versäumt es die deutsche Regierung, ihrer Verantwortung für den internationalen Artenschutz nachzukommen. Allein 2018 genehmigte das Bundesamt für Naturschutz den Import von 197 Trophäen geschützter Tiere. [2] 2019 wurden insgesamt 750 Trophäen genehmigt – darunter geschützte Arten wie Afrikanische Elefanten, Leoparden, Geparden, Südliche Breitmaulnashörner, Flusspferde, Löwen und Eisbären. [3]

Die Trophäenjagd ist grausam

Die Trophäenjagd ist nicht nur im Hinblick auf den Artenschutz eine Katastrophe, sondern verursacht auch unfassbares Tierleid. Viele Tiere werden bei Gatterjagden von den Hobbyjägern zunächst nur angeschossen. Anschließend werden sie durch die Wildnis gehetzt und weiter beschossen, was für die Tiere einen langsamen und qualvollen Tod bedeutet. [4, 5] Auch tierschutzwidrige Praktiken wie die Jagd mit Pfeil, Bogen oder Armbrust, die in Deutschland verboten sind, werden bei der Trophäenjagd angewendet.

Nach dem Tod des Tieres posieren die Jäger meist stolz mit dem leblosen Körper für ein Foto. Anschließend werden die Leichen der Tiere meist verstümmelt, um ihre Köpfe, ihr Fell oder andere Körperteile als Trophäe mit nach Hause zu nehmen.

Zoos verkaufen Löwen für die Gatterjagd nach Afrika

Bei der sogenannten Gatterjagd werden Löwen in Südafrika zu Tausenden getötet. Dafür werden die extra gezüchteten Tiere nur wenige Tage nach der Geburt der Mutter entrissen und von Menschen mit der Hand aufgezogen, damit sie für Touristenfotos missbraucht werden können. Sind die Löwen ausgewachsen, werden sie in Gehege gesperrt und von Jagdreisenden erschossen.

Auch Zoounternehmen auf der ganzen Welt sind an dem blutigen Geschäft beteiligt. So verkaufte der Serengeti-Park Hodenhagen drei Löwen an eine Jagdfarm in Südafrika, wo sie zum Abschuss für Jagdtouristen freigegeben wurden. [6]

Die Trophäenjagd hilft der Bevölkerung nicht

Das Argument, die touristische Trophäenjagd würde der armen Bevölkerung vor Ort helfen, ist Augenwischerei. Die hohen Summen, die Hobbyjäger für Jagdreisen ausgeben, landen fast immer bei den Reiseveranstaltern und Jagdfarmbesitzern. Einheimische oder Nationalparkverwaltungen profitieren davon kaum – gerade mal drei Prozent der Einnahmen von Jagdreisen gehen an die lokale Bevölkerung. [7]

Würden Jäger wirklich den Menschen vor Ort helfen wollen, könnten sie die hohen Beträge nicht für Jagdreisen, sondern für Entwicklungs- und Bildungsprojekte ausgeben.

Einige Länder gehen bereits mit gutem Beispiel voran und haben die Trophäenjagd verboten. Inzwischen verdient Kenia beispielsweise mehr als drei Mal so viel durch Fototourismus als zuvor durch Jagdreisen. [8] Denn die meisten Urlauber wollen gesunde und glückliche Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum sehen, statt sie auf grausame Weise zu töten.

Was Sie tun können

Unterstützen Sie keine Reiseveranstalter, die Jagdreisen und Trophäenjagden anbieten und klären Sie Familie, Freunde und Bekannte über die grausame Trophäenjagd auf. Je mehr Menschen sich für den Artenschutz in Afrika und gegen das sinnlose Töten aussprechen, umso eher können wir gemeinsam etwas bewirken.

Achten Sie im Urlaub darauf, keine Touristenattraktionen zu unterstützen, die mit Tierleid verbunden sind. Denn auch hinter Elefantenreiten, Kutschfahrten und Fotoshootings mit Tieren verbirgt sich immer die Ausbeutung von Tieren für den Profit.

Diese „Tierattraktionen“ sollten Sie meiden

Quellen

[1] Packer C., Brink H., Kissui B.M., Maliti H., Kushnir H. & Caro T. (2011): Effects of Trophy Hunting on Lion and Leopard Populations in Tanzania. Conservation Biology. Volume 25, Issue 1, p. 142–153

[2] Antwort der Bundesregierung, Drucksache 19/6961

[3] ZDF (28.05.2020): 2019 haben Deutsche 750 Trophäen eingeführt, https://www.zdf.de/nachrichten/politik/jagd-wildtiere-trophaeen-verbot-forderung-deutschland-100.html, (eingesehen am 28.10.2020)

[4] Spiegel (02.02.2014): Elefantenjagd bringt thüringischem Spitzenbeamten Ärger, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/elefantenjagd-in-botswana-thueringischer-spitzenbeamter-unter-druck-a-950678.html, (eingesehen am 28.10.2020)

[5] Spiegel (29.07.2015): Ein Jäger wird zur Hassfigur, http://www.spiegel.de/panorama/getoeteter-loewe-in-simbabwe-us-jaeger-wird-zur-hassfigur-a-1045805.html, (eingesehen am 28.10.2020)

[6] Der Tagesspiegel (08.05.2010): Aus dem Zoo vor die Flinte, https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/loewen-verkauft-aus-dem-zoo-vor-die-flinte/1816542.html, (eingesehen am 28.10.2020)

[7] Campbell, R. (2013): The $200 million question – How much does trophy hunting really contribute to African communities? Economists at Large Pty Ltd. Melbourne, Australia

[8] Pro Wildlife: Reisen um zu töten: Trophäenjagd auf bedrohte Arten, https://www.prowildlife.de/hintergrund/grosswildjagd-trophaenjagd, (eingesehen am 28.10.2020)