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Tiger-Tempel und -Zoos in Thailand: Tierquälerei für den Tourismus

Tiger-Tempel und -Zoos in Thailand: Tierquälerei für den Tourismus

Eine Reise nach Thailand ist für viele Menschen die Erfüllung eines großen Traumes. Land, Menschen und Kultur sind faszinierend und eröffnen Einblicke in ein völlig anderes Leben. Doch sobald es um touristische Angebote mit Tieren geht, ist Vorsicht geboten. Einrichtungen wie Tiger-Tempel und Tiger-Zoos beispielsweise locken Touristen mit der Möglichkeit, Tiger zu streicheln, sich mit den Tieren fotografieren zu lassen und Tigerbabys mit der Flasche zu füttern. Doch die Wahrheit hinter der touristischen Fassade ist grausam: Die Tiere werden ausgebeutet und meist unter schlechten Bedingungen gehalten.

So grausam sind Tiger-Tempel und Tiger-Zoos

Rund 50 Tiger-Tempel und -Zoos in Thailand verdienen ihr Geld unter anderem mit Angeboten für Touristen, Tiger aus nächster Nähe zu beobachten und Fotos mit den Tieren zu machen. Wie es hinter den Kulissen dieser Einrichtungen aussieht, bleibt dem Blick der Besucher meist verborgen: Tierschutzwidrige Haltungsbedingungen, Gitterboxen, Kannibalismus und verstörte und verletzte Tiere sind an der Tagesordnung. Die Tiger leben meist in winzigen Käfigen und werden oft stundenlang angekettet. Häufig haben sie keinerlei Rückzugs- oder Beschäftigungsmöglichkeiten. [1] Tiger sind Einzelgänger, für die das Leben auf engstem Raum mit vielen Artgenossen großen Stress verursacht. Durch die ständigen Fütterungsaktionen zur Unterhaltung der Touristen und aufgrund mangelnder Bewegung sind viele Tiger übergewichtig und haben eine unterentwickelte Muskulatur.

Tigerzucht für den illegalen Handel mit Körperteilen

Unter dem Deckmantel des Artenschutzes und des Tourismus züchten Tiger-Zoos immer wieder neue Tiere, denn Touristen wollen mit „süßen“ Tigerbabys schmusen. Im Rahmen der Zuchtprogramme werden Tiger zu Hunderten gehalten und als Gebärmaschinen missbraucht. Die Tigerbabys werden frühzeitig von ihren Müttern getrennt, damit die Mütter möglichst schnell wieder neuen Nachwuchs bekommen können. Die natürliche Aufzucht ihrer Kinder wird den Tigermüttern somit verwehrt. Oftmals werden die Tigerkinder mit Schweinen großgezogen und mit Schweinemilch ernährt, da sie dadurch angeblich schneller wachsen. [2]

Hinter der Massenzucht verbirgt sich ein grausamer Grund: der Handel mit Tigerkörperteilen. Tierschützer in China haben bereits mehrfach aufgedeckt, dass aus Körperteilen toter Tiger „Wundermittel“ der chinesischen Medizin hergestellt werden. Mit Tigerwein, Potenzmitteln und Medizin aus Tigerpenissen und -knochen verdienen die Hersteller gutes Geld [3]. Zwar verbieten die thailändischen Gesetze den Verkauf von Tigern in andere Länder, doch es wurde bereits nachgewiesen, dass thailändische Tiger-Zoos Tiere nach China exportieren [2].

Der Skandal um den Tiger-Tempel „Wat Pa Luangta Bua“

Der bekannteste Tiger-Tempel Thailands, „Wat Pa Luangta Bua“, wurde 2016 nach der Aufdeckung schwerer Tierquälerei geschlossen. Der Tempel wurde als Auffangstation beworben, die sich für den Schutz der Tiger einsetzt. Doch was Undercover-Recherchen von Tierschützern und eine Razzia der Polizei ans Tageslicht brachten, war erschütternd: Die Mönche des Tempels waren jahrelang in illegale Tigerzucht und den Handel mit Körperteilen verstrickt. Ältere Tiere wurden verkauft oder getötet, teilweise sogar verbrannt. Auch wurden 40 tote, eingefrorene Tigerbabys gefunden sowie zahlreiche weitere tote Tiger und ihre Körperteile, die in Gläsern konserviert waren. [1] Ermittlungen in diesem Tiger-Tempel deckten auf, dass die Tiger bis zu 20 Stunden am Tag in kleine Käfige gesperrt, geschlagen und ins Ausland verkauft wurden. Bis zu sechs Tiger mussten in einem engen Käfig leben und ständig Nachwuchs „produzieren“.

Als die Missstände ans Licht kamen, wurden die Tiger von den Behörden beschlagnahmt und der Tempel wurde für den Tourismusbetrieb geschlossen. Doch leider hat das Leid der Tiere immer noch kein Ende, denn 2018 erteilten thailändische Behörden die Genehmigung für einen neuen Tiger-Zoo direkt neben dem Tempelgelände [3].

Was Sie tun können

Tierfreunde sollten einen großen Bogen um Tiger-Tempel und -Zoos machen. Informieren Sie Freunde und Bekannte, die nach Thailand reisen, über die grausame Wahrheit hinter solchen Einrichtungen. Nur wenn keine Touristen mehr Geld für diese Form von Tierquälerei ausgeben, wird sich die Situation vor Ort verändern.

Erfahren Sie auf unserer Website, welche Tierattraktionen im Ausland Sie ebenfalls meiden sollten.

7 Tierschutzfallen im Ausland

 

Quellen

[1] Urlaubsguru (12.04.2019): Tiger Zoos & Tiger Tempel in Thailand, https://www.urlaubsguru.de/reisemagazin/tiger-zoos-tiger-tempel-thailand/#tigertempelskandal, (eingesehen am 12.08.2020)

[2] Independent (09.05.2004): Scandal of zoo's 'missing' tigers, https://www.independent.co.uk/news/world/asia/scandal-of-zoos-missing-tigers-562656.html, (eingesehen am 12.08.2020)

[3] Pro Wildlife (29.08.2018): Tigertempel in Thailand eröffnet nun als Zoo, https://www.prowildlife.de/blog/tigertempel-in-thailand-eroeffnet-nun-als-zoo/, (eingesehen am 12.08.2020)