Für Tierfreunde im besten Alter

Tierische Mitbewohner – alles über das Leben mit einem „Haustier“

Tierische Mitbewohner – alles über das Leben mit einem „Haustier“

In einer perfekten Welt könnten alle Tiere in Freiheit in ihrem natürlichen Lebensraum leben, ihre Kinder großziehen und ihren arteigenen Bedürfnissen nachgehen. Doch domestizierte Tiere wie Hunde, Katzen oder Pferde sind darauf angewiesen, dass wir Menschen uns um sie kümmern. Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen ihre Vierbeiner vernachlässigen oder sogar misshandeln. Aus diesem Grund liegt es in unserer Verantwortung, den Tieren eine Stimme zu geben, uns für ihre Interessen einzusetzen und sie zu schützen.

Zucht und Handel mit Hunden, Katzen und anderen „Haustieren“

2019 lebten in deutschen Haushalten 34 Millionen Hunde, Katzen, Vögel und andere Tiere, ein Anstieg von 3,4 Millionen im Vergleich zu 2016. Am beliebtesten sind hierzulande Katzen – mit einer Anzahl von knapp 15 Millionen. [1]

Wer mit dem Gedanken spielt, einen tierischen Mitbewohner bei sich aufzunehmen, ist automatisch mit der Frage konfrontiert, woher der neue tierische Freund kommen soll. Züchter, Zoohandlungen und Internetforen sind dabei stets die falsche Anlaufstelle, denn die dort angebotenen Tiere stammen oft aus Zuchtanlagen, in denen sie unter entsetzlichen Lebens- und Haltungsbedingungen leiden. Auch der „kleine Züchter von nebenan“ steht diesen „Produktionsbedingungen“ in nichts nach.

 

Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen und Reptilien werden für den Heimtierhandel massenhaft produziert und wachsen unter katastrophalen Umständen auf. So werden Muttertiere häufig in engen Käfigen gehalten und als Gebärmaschinen missbraucht. Zahlreiche Tiere in Zuchtanlagen sind krank oder verletzt, doch eine angemessene Behandlung erhalten sie in den wenigsten Fällen. Daher sterben viele von ihnen verfrüht oder bleiben ihr Leben lang krank. Für Züchter steht nicht das Wohl der Tiere im Vordergrund, sondern ausschließlich der Profit. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte Qualzuchten, bei denen Hunde und Katzen auf optische Merkmale hin gezüchtet werden, obwohl dies zu einer verminderten Lebensqualität und Krankheiten führt. Die Tiere leiden oftmals unter Atembeschwerden, Augenerkrankungen oder Gelenkproblemen. Zu den Qualzuchten gehören unter anderem Hunde mit extrem kurzer Nase, haarlose Katzen und Kaninchen mit Hängeohren, die aufgrund der Überzüchtung ihren Gehörsinn verloren haben.

Jeder Tierfreund sollte sich gegen den Kauf eines Lebewesens entscheiden, denn in Tierheimen und Tierschutzvereinen im In- und Ausland warten unzählige Lebewesen auf ein gutes neues Zuhause und eine zweite Chance im Leben.

Tieren ein Zuhause schenken: Adoption und Tierheime

Mit jedem Kauf eines tierischen Mitbewohners bei Züchtern, in Zoohandlungen oder in Internetforen wird einem heimatlosen Tier im Tierheim die Chance auf ein liebevolles Zuhause genommen. In Deutschland landen jedes Jahr etwa 80.000 Hunde und 130.000 Katzen im Tierheim. [2] Die Gründe dafür sind vielfältig: Allergien der Halter, finanzielle Schwierigkeiten – auch hohe Tierarztkosten – oder der Umzug in eine Wohnung, in der keine tierischen Mitbewohner erlaubt sind, führen dazu, dass Menschen ihre tierischen Gefährten im Tierheim abgeben. Häufig werden auch Tiere, die als Spontankäufe über Anzeigen-Portale oder als Weihnachtsgeschenke erworben wurden, nach kurzer Zeit wieder abgegeben. Meist leiden die Tiere enorm unter der Trennung von ihrem ehemaligen Halter, denn sie verstehen nicht, warum sie nicht mehr zurück in ihr Zuhause dürfen. All diese Lebewesen hoffen auf eine zweite Chance bei einem neuen menschlichen Freund und ein Zuhause, in dem sie für den Rest ihres Lebens bleiben dürfen.

Entgegen gängiger Vorurteile, dass im Tierheim nur schwierige oder verhaltensauffällige Tiere zu finden seien, warten dort ganz verschiedene Persönlichkeiten auf ein neues Zuhause – darunter ruhige, lebhafte, zurückhaltende, aufgeschlossene, junge oder betagte Vierbeiner. Jeder, der auf der Suche nach einem tierischen Mitbewohner ist, findet im Tierheim den passenden Gefährten. Wichtig ist, dass man sich im Vorfeld sorgfältig Gedanken darüber macht, ob genug Zeit, Geld und Platz vorhanden sind, um einem Tier gerecht zu werden. Außerdem sollte man darüber nachdenken, welchen Charakter das Tier haben sollte. Zusammen mit den Tierheimmitarbeitern findet dann garantiert jeder den tierischen besten Freund fürs Leben, der perfekt zu den eigenen Lebensumständen passt. Mensch und Tier sollten sich vor dem Einzug durch gemeinsame Spaziergänge oder beispielsweise Zeit im Katzenhaus ausreichend kennenlernen. Wenn die Chemie bei beiden Partnern stimmt, steht einem gemeinsamen glücklichen Leben nichts mehr im Weg und der tierische Mitbewohner kann in sein neues liebevolles Zuhause einziehen.

Heimatlose Tiere im Ausland

In vielen Ländern wie Rumänien, Griechenland, Spanien oder Indien kämpfen unzählige Hunde und Katzen tagtäglich ums Überleben. 600.000 heimatlose Hunde leben allein in Rumänien auf der Straße, wo Hunger, Angst und Leid ihren Alltag bestimmen. Hundefänger fangen viele der Tiere ein und überlassen sie städtischen „Tierheimen“ oder Tötungsstationen, in denen es jedoch fast immer an artgerechter Nahrung, medizinischer Versorgung, Platz, Schutz vor Hitze und Kälte fehlt. Die meisten Vierbeiner, die an solch grauenvollen Orten untergebracht sind, sterben nach kurzer Zeit oder werden skrupellos getötet.

In den genannten Ländern gibt es zudem zahlreiche Hunde, die in Gärten und Höfen an Ketten gehalten werden. Ein Großteil von ihnen ist nicht kastriert und paart sich aufgrund der unbeaufsichtigten Haltung im Freien häufig mit heimatlosen Vierbeinern. So entstehen Tag für Tag neue Populationen von Jungtieren, für die sich niemand verantwortlich fühlt – vor allem in ländlichen Regionen. Das Leid der Tiere kann auf lange Sicht nur mithilfe von Kastrations- und Bildungsprogrammen verändert und beendet werden.

Genau wie Tiere in deutschen Tierheimen haben alle Vierbeiner, die im Ausland unter katastrophalen Bedingungen auf der Straße oder in „Tierheimen“ um ihr Leben fürchten müssen, eine Chance auf ein gutes Zuhause verdient. Zahlreiche Tierschutzorganisationen und deutsche Tierheime übernehmen die Vermittlung dieser Tiere, die sonst in Tötungsstationen umgebracht würden.

Wie Sie heimatlosen Tieren wirklich helfen können

Bitte kaufen Sie einen tierischen Mitbewohner niemals in einer Zoohandlung, bei Züchtern oder über das Internet. In lokalen Tierheimen oder Tierschutzvereinen warten viele Vierbeiner sehnsüchtig auf eine zweite Chance im Leben. Bitte geben Sie einem dieser Tiere die Möglichkeit auf ein liebevolles Zuhause.

 

Quellen

[1] Statista (2020): Anzahl der Haustiere in privaten Haushalten in Deutschland in den Jahren 2016 bis 2019, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156836/umfrage/anzahl-der-haushalte-mit-haustieren-in-deutschland-2010/ (eingesehen am 14.09.2020)

[2] Zeter, Kerstin (2020): Tiere im Heim, in: planet wissen, https://www.planet-wissen.de/natur/tier_und_mensch/tiere_im_heim/ (eingesehen am 14.09.2020)