Für viele Menschen gehören tierische Mitbewohner zu einem glücklichen Leben dazu. Zahlreiche Studien belegen, dass diese uns sozialer und gesünder machen. [1] Mensch und Tier bauen oftmals eine tiefe emotionale Bindung zueinander auf – umso schwieriger wird es, wenn sich ältere Menschen aus unterschiedlichen Gründen entschließen oder gezwungen sind, in ein Altenheim zu gehen und dort keine tierischen Mitbewohner erlaubt sind. Doch glücklicherweise erfährt das Thema „Haustiere“ in Pflegeheimen, Einrichtungen und Krankenhäusern immer mehr Akzeptanz.

Wie Tiere den Senioren im Altenheim helfen

Speziell geschulte Vierbeiner wie Hunde, die alte oder kranke Menschen in Einrichtungen besuchen, gehören bereits seit längerer Zeit zum Alltag in vielen Alten- oder Pflegeheimen. Mittlerweile ermöglichen

jedoch auch immer mehr Einrichtungen ihren Bewohnern, die eigenen tierischen Mitbewohner dauerhaft mitzubringen. Den Pflegebedürftigen erleichtert diese Möglichkeit den Schritt in den neuen Lebensabschnitt: [2] So müssen sie sich nicht schmerzvoll von ihrem Vierbeiner trennen und sich um seine Unterbringung sorgen, sondern können Routinen beibehalten. Das führt nicht nur zu einer besseren Planung des Tages, sondern Mensch und Tier dürfen zusammenbleiben und können sich gemeinsam besser in ihrem neuen Zuhause eingewöhnen.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass der Umgang mit Tieren eine positive Wirkung auf alte und/oder pflegebedürftige Menschen hat – auch in der Praxis hat sich der tierische Einfluss bestätigt:

  • Tierische Mitbewohner verbessern das Allgemeinbefinden und wirken beruhigend, indem sie eine entspannte Atmosphäre schaffen.
  • Bei Tierfreunden lösen Tiere Glücksgefühle aus – häufig werden sie bereits nach kurzer Zeit ein wichtiger Bezugspunkt.
  • Tierische Mitbewohner können verhindern, dass alte Menschen vereinsamen; spenden Trost und sind Zuhörer.
  • Auch Menschen, die nicht mehr oder nicht mehr gut sprechen können, können weiterhin mit Tieren kommunizieren: Berührungen und Reaktionen auf Gesten können für diese Menschen von großer Bedeutung sein. In Therapien mit Demenzpatienten haben Tiere nachweislich zu positiven Effekten geführt.
  • Generell halten tierische Freunde aktiv, indem sie ihren Menschen eine Aufgabe geben. Außerdem fördern sie soziale Interaktionen mit anderen Menschen.
  • Vierbeiner füllen Räume mit Leben: Eine positive Atmosphäre sorgt dafür, dass sich auch Besuch, zum Beispiel Kinder und Enkelkinder, wohlfühlt. [3]

Tierische Mitbewohner erfüllen also nicht nur eine soziale Funktion, sondern halten ihre Menschen auch geistig und körperlich fit. Vor allem der Kontakt zu Hunden und Katzen hat positive Auswirkungen und sich bereits in Therapien bewährt. [4]

Hund mit Ball

Seniorenheim in Thale beweist, dass Bedenken unbegründet sind

Obwohl nachweislich viele Pflegebedürftige von der Anwesenheit tierischer Mitbewohner profitieren und Tiere das allgemeine Klima in Einrichtungen positiv beeinflussen, haben die Verantwortlichen vieler stationärer Einrichtungen Bedenken. Verwaltungen von Alten- und Pflegeheimen befürchten oftmals zusätzliche Kosten, eine zu hohe Arbeitsbelastung, gesundheitliche Risiken wie Allergien, Hygiene und Verletzungsgefahr. Einzelne Bewohner könnten sich außerdem von Tieren gestört fühlen.

Im Senioren-Wohnpark in Thale dürfen die Bewohner mit ihren tierischen Mitbewohnern zusammenleben. Dort gibt es eine Tierbeauftragte, die die Unterbringung der Vierbeiner beaufsichtigt, sich um die medizinische Versorgung kümmert, Tierarztbesuche, Nahrung und gelegentlich einen Hundefriseur organisiert. Wenn ein Bewohner nicht mehr alleine mit seinem Hund Gassi gehen kann, geht der zuständige Pfleger gemeinsam mit dem tierischen und menschlichen Heimbewohner spazieren.

Außerdem kümmert sich die Tierbeauftragte des Senioren-Wohnparks im Todesfall eines Heimbewohners um die weitere Unterbringung des „Haustiers“: Sollte die Familie des Verstorbenen das Tier nicht aufnehmen, wird es an einen anderen Heimbewohner vermittelt oder in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Tierheim ein neues Zuhause gesucht.

Mehr tierische Mitbewohner in Alten- und Pflegeheimen sind wünschenswert

Wenn weitere Altenheime die Haltung tierischer Mitbewohner erlauben würden, würde es vielen pflegebedürftigen Menschen leichter fallen, sich für den Schritt in solche Einrichtungen entscheiden. Im Alter vermissen viele Menschen das Gefühl, gebraucht zu werden – und ziehen sich zurück. Tierische Mitbewohner können dazu beitragen, dieser Einsamkeit und Passivität im Alltag entgegenzuwirken.

Was Sie tun können

In einigen Seniorenheimen ist die Haltung von tierischen Mitbewohnern erlaubt. Da es jedoch grundsätzlich kein Recht gibt, ein Tier in ein Pflegeheim mitnehmen zu dürfen, sollten Sie dies im Voraus mit der Hausleitung abklären – nur so können Sie sicher sein, dass Ihnen und Ihrem Vierbeiner keine plötzliche Trennung bevorsteht:

  • Wichtig ist, dass Sie bei der Hausleitung nachfragen und begründen können, warum die Mitnahme Ihres Tiers sinnvoll ist. Die beruhigende und positive Wirkung auf den Menschen ist ein gutes Argument.
  • Wenn tierische Mitbewohner in einer Einrichtung erlaubt sind, sollten Sie sich informieren, ob es einen Tierbeauftragten gibt.

Wenn Sie sich dazu entscheiden, ein Tier bei sich aufzunehmen, sollten Tierheime und lokale Tierschutzvereine Ihre Anlaufstelle sein. Hier warten unzählige Vierbeiner auf ein neues Zuhause.

Hunde und Katzen können bis zu 15 Jahre oder noch älter werden. Nicht nur, aber vor allem ältere Menschen sollten sich daher überlegen, ob sie Tiersenioren eine zweite Chance geben möchten.

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