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Gestrandete Seehunde auf Sylt: getötet statt medizinisch untersucht

Gestrandete Seehunde auf Sylt: getötet statt medizinisch untersucht

An den Küsten der Insel Sylt sind häufig junge Seehunde zu finden, die durch Stürme oder aus anderen Gründen von ihren Müttern getrennt wurden. Manche der gestrandeten Tiere sind geschwächt, benötigen tiermedizinische Versorgung und Nahrung. Doch anstatt von Tierärzten behandelt zu werden, sind die Seehunde bewaffneten Jägern schutzlos ausgeliefert. Diese amtlich bestellten Seehundjäger spüren die Tiere auf und entscheiden eigenständig, ob ein Tier ihrer Meinung nach unheilbar krank ist und erschossen wird oder ob es in einer Seehundstation behandelt und gepflegt werden sollte. [1]

Jäger erhalten für jeden gefundenen Seehund eine „Aufwandsentschädigung“

Im Jahr 2018 erschossen 40 Seehundjäger in Schleswig-Holstein insgesamt 658 Seehunde. [2] Für jedes der gefundenen Tiere erhalten sie eine „Aufwandsentschädigung“ von 45 Euro. Die drei Sylter Seehundjäger töteten im selben Jahr sogar 213 Seehunde. [3] Das entspricht einer „Aufwandsentschädigung“ aus Steuergeldern in Höhe von rund 10.000 Euro.

Laut Angaben von Tierschützern und Tiermedizinern in Schleswig-Holstein töten Seehundjäger dabei teilweise auch behandelbare Tiere. Jäger sind keine studierten Tiermediziner und daher fachlich nicht ausreichend qualifiziert, um den Gesundheitszustand eines Seehundes zu diagnostizieren und über sein Leben zu entscheiden. Dieses Urteil sollte ausschließlich Tierärzten zustehen. Darüber hinaus sind Schusswaffen am Strand von Sylt ohnehin absolut fehl am Platz.

Seehunde haben ein Recht auf qualifizierte medizinische Hilfe

Es gibt etwas mehr als 30 Robbenarten auf der Welt, wobei Seehunde mit ihrem rundlichen Kopf zur Familie der Hundsrobben gehören. Männliche Seehunde werden bis zu 1,70 Meter lang und bis zu 150 Kilogramm schwer, weibliche Tiere sind etwas kleiner und leichter. Seehunde verbringen die meiste Zeit im Wasser, sie tauchen bis zu 30 Minuten lang und 200 Meter tief. Dazwischen kommen sie an Land, um sich auf Sandbänken auszuruhen. Die Tiere können bis zu 35 Jahre alt werden.

Wie alle anderen Tiere haben auch Seehunde das Recht auf ein friedliches und gesundes Leben. Wir Menschen sollten den Tieren helfen, anstatt sie zu töten oder in Zoos einzusperren.

Was Sie tun können

  • Wenden Sie sich an die Regierung Schleswig-Holsteins und bitten Sie sie, ein Tötungsverbot für Jäger auszusprechen und die Tiere stattdessen von Experten untersuchen und gegebenenfalls in Auffangstationen fachgerecht pflegen zu lassen.
  • Besuchen Sie niemals Zoos, in denen Wildtiere zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden. Es gibt zahlreiche tierfreundliche Alternativen zu Zoos und Tierparks, die für Jung und Alt informativ und unterhaltsam sind.