Schweine sind genauso freundlich, loyal und mitfühlend wie beispielsweise Hunde. In einer natürlichen Umgebung sind sie sozial, verspielt und beschützend, gehen Beziehungen miteinander ein, träumen, erkennen ihre Namen – und sogar sich selbst im Spiegel, was ein gewisses Ich-Empfinden voraussetzt. Doch der Alltag der meisten Schweine in Deutschland ist von Leid, Schmerzen und Entbehrungen gekennzeichnet. Warum behandelt eine moderne Gesellschaft Tiere so schlecht, obwohl man wissenschaftliche Kenntnis über deren Gefühle und Bedürfnisse hat?

Eng, stickig und dreckig: So müssen Schweine in der Landwirtschaft leben

Schweine in der Landwirtschaft führen ein qualvolles Leben. Etwa 99 Prozent der Schweine müssen in der Intensivtierhaltung leben, wo ihr Alltag von Schmutz, Enge, Schmerzen und Trostlosigkeit geprägt ist. Mehrere von PETA veröffentlichte Aufnahmen aus Schweineställen zeigen das Leid der Tiere deutlich: In den engen und oftmals dunklen Ställen liegen oder stehen die Schweine dicht gedrängt in Kot und Urin, einige sind bereits tot, andere apathisch und krank. In der Ferkelzuchtanlage müssen die kleinen Schweinekinder auf Spaltenböden und ohne Frischluft leben. Jedes Schwein hat je nach Gewicht maximal einen Quadratmeter Platz zur Verfügung. Die eigentlich sehr reinlichen Tiere müssen am gleichen Ort koten und urinieren, wo sie auch schlafen und essen. [1] Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es kaum für die intelligenten und verspielten Schweine – das gesetzlich vorgeschriebene Spielzeug besteht meist aus etwas Stroh oder einer Metallkette, die von der Decke hängt.

Schweine in einer Schweinemastanlage

Trotz Antibiotikagabe: Würmer, Entzündungen und Abszesse

Besonders die hygienischen Bedingungen sind eine Katastrophe für die Gesundheit der Tiere – nicht ohne Grund kommen in deutschen Ställen Unmengen an Antibiotika zum Einsatz. Oft wurde dokumentiert, dass Schweine in Ställen im sogenannten Hundesitz auf dem Boden sitzen – eine oftmals unnatürliche Haltung, die ihnen das Atmen erleichtern soll. Durch den hohen Ammoniakgehalt in der Luft werden die Schleimhäute der Schweine enorm gereizt, und nicht selten entzünden sich ihre Augen. Atemwegserkrankungen bis hin zu krankhaft veränderten Lungen sind keine Seltenheit bei den Tieren. [2]

In vielen deutschen Ställen werden die Schweine zudem von Spulwürmern befallen, was die Tiere schwächt und zu Durchfall führt. Durch die harten Spaltenböden leiden viele Schweine an Entzündungen und eitergefüllten Abszessen an den Gelenken. Bei der Verarbeitung im Schlachthof werden die Eiterstellen der kranken Tiere oft einfach weggeschnitten.

Nach etwa acht Monaten endet das leidvolle Leben der Schweine im Schlachthaus – zu diesem Zeitpunkt sind sie eigentlich noch Kinder. Denn nicht qualgezüchtete Schweinerassen können über zehn Jahre alt werden.

Gesetze werden von Schweinehaltern missachtet

Es gibt mehrere Tausend Schweinemastanlagen in Deutschland. Recherchen zeigen immer wieder, dass die ohnehin ungenügenden Bestimmungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung regelmäßig und dauerhaft missachtet werden. So hatten beispielsweise die Ferkel in einer Anlage ausnahmslos kupierte Schwänze, obwohl diese Prozedur nur noch in Ausnahmefällen gestattet ist. Immer wieder werden solche Missstände aufgedeckt und zur Anzeige gebracht. Doch nicht immer werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen, und selbst wenn, geht das Leid der Tiere meist weiter.

Ferkel in Schweinemastanlage

Es ist ein schärferes Vorgehen gegen landwirtschaftliche Unternehmen nötig, die gegen die ohnehin schon geringen Gesetzesauflagen verstoßen. Außerdem sollten bei Vergehen vermehrt Tierhaltungsverbote ausgesprochen oder Verfahren zur Gewerbeuntersagung geführt werden.

Was Sie tun können

Viele Menschen stehen in enger emotionaler Verbindung zu Hunden, Katzen, Pferden und anderen liebenswürdigen Tieren. Stellen Sie sich vor, es wäre Ihr tierischer Freund, dem all dies widerfahren würde – das würde niemand wollen.

Im Namen der Schweine und aller anderen Tiere bitten wir Sie, kein Fleisch und andere tierische Produkte zu kaufen. Denn der Konsument hat sehr großen Einfluss auf die angebotenen Waren. Wenn niemand mehr Tierqualprodukte kauft, werden diese nicht mehr hergestellt. Inzwischen gibt es zahlreiche vegane Alternativen, die gut schmecken und für die kein Tier leiden musste. Das kostenlose Veganstart-Programm unterstützt Sie beim mühelosen Umstieg auf das vegane Leben.

Quellen

[1] Tierwohl Stärken: So leben Schweine, https://www.tierwohl-staerken.de/aktuelles/news-details/so-leben-schweine, (eingesehen am 22.01.2021)
[2] Verein gegen Tierfabriken: Aufgedeckt: der VGT präsentiert Schlachtkörperuntersuchungen an Vollspalten-Schweinen, https://vgt.at/presse/news/2020/news20200429mn.php, (eingesehen am 22.01.2021)

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