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PETA-Wissenschaftskonsortium: Experten gegen Tierversuche

PETA-Wissenschaftskonsortium: Experten gegen Tierversuche

Wer den Namen PETA hört, der denkt wahrscheinlich an öffentlichkeitswirksame Anti-Pelz-Demonstrationen, Enthüllungen über skandalöse Tierhaltungsbedingungen oder an vegane Ernährung.

Von der Öffentlichkeit weniger bemerkt – doch ebenso effektiv – vertritt das internationale PETA-Wissenschaftskonsortium hinter den Kulissen der Tierversuchsindustrie die Interessen der Tiere und setzt sich für das Leben und Wohlergehen von Millionen Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Fischen, Vögeln, Hunden, Affen und anderen Tieren ein.

Was ist das PETA-Wissenschaftskonsortium?

Das Konsortium ist eine Organisation, in der Wissenschaftler verschiedener PETA-Partnerorganisationen wie PETA Deutschland, PETA USA und PETA UK zusammenarbeiten. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, dass Alternativen zu Tierversuchen entwickelt, gefördert, von Behörden anerkannt und letztlich von Industrie und Forschung angewandt werden. Tierversuche lassen sich nämlich nur dann effektiv ersetzen, wenn all diese Interessenvertreter in den Prozess eingebunden werden.

Was genau macht das Konsortium?

Das Wissenschaftskonsortium stellt finanzielle Fördermittel für die Entwicklung von Alternativmethoden bereit und vergibt für entsprechende Bemühungen Preise. Im Rahmen eines vom Konsortium ausgeschriebenen Wettbewerbs zu rekonstruierten menschlichen Geweben der Atemwege wurden die Gewinner beispielsweise mit insgesamt 10.000 USD prämiert. Das Konsortium vergibt allerdings nicht nur Preise, sondern wird auch selbst für seine Arbeit ausgezeichnet, so etwa mit dem begehrten Lush Prize im Wert von 25.000 GBP.

Weiterhin entwickelt das Wissenschaftskonsortium Teststrategien für Alternativmethoden, mit denen Tierversuche ersetzt werden können. Die Wissenschaftler stellen ihre Entwicklungen auf wissenschaftlichen Konferenzen vor und veröffentlichen sie in Fachzeitschriften. Außerdem treffen sich Mitglieder des Konsortiums mit Vertretern von Industrieunternehmen und beraten diese zu Möglichkeiten, wie sich Tierversuche ersetzen lassen. Durch die direkte Zusammenarbeit mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden gewährleistet das Konsortium, dass neueste Forschungsfortschritte zu Alternativmethoden auch in der Praxis der Industrie ankommen. Hierbei geht es unter anderem um Alternativmethoden für Versuche, die aufgrund der Testanforderungen der EU-Verordnung REACH durchgeführt werden müssen. Diese regelt das Registrieren, Evaluieren, Zulassen und Beschränken von Chemikalien. Dabei ist besonders wichtig, die Behörden von den Alternativmethoden zu überzeugen, denn nur dann kann die Industrie neue Methoden flächendeckend anwenden. Eine Ablehnung von Testdaten durch die Behörden hingegen kostet Chemikalien- und Kosmetikhersteller viel Zeit und Geld.

Eine weitere wichtige Rolle bei der Sicherstellung einer möglichst weiten Verbreitung und Anwendung von Alternativmethoden ist ihre internationale Harmonisierung. Das Wissenschaftskonsortium bringt sich in Gremien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein, um international verbindliche Testvorschriften und Leitfäden für Industrie und Behörden auszuarbeiten.

Einen großen Erfolg für das Wissenschaftskonsortium stellt die Zusammenarbeit des Konsortiumsmitglieds PETA USA mit der US-Umweltschutzbehörde EPA zur Reduzierung von Tierversuchen für Pestizide an Vögeln dar. Das Konsortium begrüßt den Schritt der Behörde, jährlich Hunderte Vögel vor Pestizidversuchen zu bewahren und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass Tierversuche alleine durch wissenschaftliche Fortschritte und aussagekräftigere, tierleidfreie Alternativmethoden ersetzt werden. Hierzu sind Investitionen, Aufklärung und Vernetzung verschiedener Interessenvertreter erforderlich.

Was Sie gegen Tierversuche tun können

Jeder Kauf entscheidet über das Leiden und Leben von Tieren. Kaufen Sie daher ausschließlich Produkte von Unternehmen, die keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Das betrifft unter anderem Kosmetik, Lebensmittel, Tiernahrung und Reinigungsmittel.