pferd auf einer wiese und weidet

Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen herauskommen, freuen sich Pferde auf die saftigen Grashalme auf der Weide. Doch Pferdehalter sollten Ihre Vierbeiner im Frühjahr vorsichtig anweiden, denn mit der Ernährungsumstellung und den höheren Temperaturen gehen auch gesundheitliche Gefahren einher. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Pferd richtig angrasen und dabei Koliken, Hufrehe und andere Beschwerden vermeiden. So können junge und ältere Pferde gesund, munter und glücklich die Weidesaison beginnen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Anweiden?

Wann Sie Ihr Pferd anweiden sollten, hängt von der Länge und Härte des vorherigen Winters ab. Meist empfiehlt sich das Anweiden zwischen März und Mai, wobei Sie lieber später als zu früh beginnen sollten. Auch wenn im Februar und Anfang März die Sonne bereits stark strahlt, kann es noch zu früh sein. Beginnen Sie je nach Winterlänge lieber Anfang April und weiden Sie schrittweise an.

Wichtig: Langsam und schrittweise anweiden

Es ist sehr wichtig, dass Sie vorsichtig und langsam mit dem Anweiden beginnen. Auf keinen Fall können Sie Ihr Pferd einfach für ein paar Stunden auf eine grüne Wiese stellen. Da frisches Gras oft Fruktan enthält, kann dies die Darmflora des Pferdes stören und zu Koliken führen. Diese Störung des Verdauungstraktes tritt oft plötzlich auf und ist mit starken Schmerzen und Krämpfen verbunden. Im schlimmsten Fall können Koliken tödlich enden.

Die meisten Pferde werden im Winter im Stall oder auf einer Winterweide gehalten und erhalten vor allem Heu, Stroh und Mineralfutter. Daher fehlen ihren Mägen noch die nötigen Bakterien, die sie für die Verdauung von frischem Futter brauchen. Diese müssen erst gebildet werden.

Starten Sie das Anweiden mit einigen wenigen Minuten pro Tag an der Hand. Lassen Sie Ihr Pferd nicht frei auf die Wiese, sondern halten Sie es am Halfter, damit Sie die Länge des Grasens besser kontrollieren können. Steigern Sie die Weidezeit langsam, sodass Sie nach ca. vier Wochen bei einer halben Stunde angelangt sind. Insgesamt kann das Anweiden bis zu sechs Wochen dauern. Erst dann hat der Pferdemagen die nötigen Bakterien gebildet und kann auch größere Mengen Gras verdauen.

Weiden Sie bei schlechtem Wetter an

Auch wenn es Sie vor allem bei gutem Wetter nach draußen zieht – weiden Sie Ihr Pferd lieber an bewölkten oder regnerischen Tagen an. Da sich Fruktan im Gras vor allem bei Sonnenschein bildet, sollten sonnige Tage eher gemieden werden. Setzen Sie lieber auf trübe Tage oder auf die Nacht. Achtung: Ein regnerischer Tag nach vielen heißen Tagen reicht nicht aus, dann kann das Gras immer noch zu viel Fruktan enthalten.

zwei pferde im regen

Stoffwechselerkrankungen durch falsches Anweiden

Sollten Sie Ihr Pferd zu schnell anweiden, kann das schwere gesundheitliche Folgen für Ihren geliebten Vierbeiner haben. Neben den Koliken, die sich durch Durchfall und Kotwasser äußern, kann es auch zu schweren Stoffwechselerkrankungen wie Rehe kommen. Diese entstehen, wenn zu viel Fruktan aufgenommen wird. Besonders Pferde, die bereits unter einer Stoffwechselstörung leiden, sollten vorsichtig angeweidet werden. Auch danach sollten empfindliche Tiere nicht dauerhaft auf Gras stehen, sondern zwischen Weide und großem Paddock mit Heu gewechselt werden. Wer zusätzlich etwas Gutes für den Stoffwechsel des Vierbeiners tun möchte, kann unter anderem getrocknete Brennnesselblätter zufüttern.

So schützen Sie die Gesundheit Ihres Pferdes

Pferdhalter können die Gesundheit Ihres Schützlings während der Weidezeit durch verschiedene Maßnahmen fördern. So helfen beispielsweise regelmäßige Flohsamen-Kuren dabei, Sand-Koliken vorzubeugen. Diese entstehen, da Pferde oft mit der Nahrung Sand aufnehmen, der sich im Darm ansammelt und nicht ausgeschieden wird. Sprechen Sie diese Kuren bitte mit Ihrem Tierarzt ab. Auch vor Parasiten können Sie Ihr Pferd schützen, indem Sie selektive Wurmkuren durchführen. Wenn Ihr Pferd an Sommerekzemen leidet oder für Kriebelmücken anfällig ist, schaffen Fliege- und Ekzemdecken Abhilfe. Damit auch die Witterungsbedingungen den Vierbeinern nichts anhaben können, benötigt jede Weide Unterstellmöglichkeiten und Schattenplätze.

Pferde haben im Frühjahr und Herbst Fellwechsel, der mitunter sehr anstrengend für die Tiere sein kann. Unterstützen Sie Ihren Vierbeiner durch intensives Bürsten und Striegeln, um abgestorbene und juckende Haare zu entfernen. Sie können auch Leinöl oder Leinflocken zur Nahrung hinzugeben, um ein gesundes Fell zu fördern. Da besonders ältere oder kranke Tiere Probleme mit dem Fellwechsel haben und oft Gewicht verlieren, besprechen Sie Zufütterungen und Mineralfutter mit Ihrem Tierarzt.

Wie geht artgerechte Pferdehaltung?

Was ist am besten für Ihr Pferd – Boxenhaltung oder der Offenstall? Was sind eigentlich Aktivställe und ist mein Pferd darin am glücklichsten? Diese und weitere Fragen rund um das Thema artgerechte Pferdehaltung finden Sie auf unserer Website.

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