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Ministerin Klöckner verbietet Hundeausstellungen mit Qualzuchten

Ministerin Klöckner verbietet Hundeausstellungen mit Qualzuchten

Die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will Qualzuchten auf Hundeausstellungen verbieten. So sollen Hunde, die unter Kurzköpfigkeit oder anderen zuchtbedingten Beschwerden leiden, auf diesen Veranstaltungen nicht mehr erlaubt werden. Erfahren Sie in diesem Blog, warum das ein erster Schritt in die richtige Richtung ist und was es mit Qualzuchten wie Mops, Pekinese und Bulldogge auf sich hat.

Qualzuchten auf Hundeausstellungen bisher erlaubt

In ganz Deutschland finden immer wieder Rassehundeausstellungen statt, bei denen Züchter und Halter mit ihrem Tier an Wettbewerben teilnehmen – in der Hoffnung auf Preisgelder und Pokale. Für Profit und Ruhm werden die sensiblen Vierbeiner auf den Schauen zu Ausstellungsobjekten degradiert. Auch erhoffen sich die Züchter, durch das Präsentieren der Hunderassen neue potenzielle Käufer zu finden.

Bisher wurden bei solchen Veranstaltungen auch immer wieder Hunderassen ausgestellt, die als Qualzucht gelten. Dazu gehören beispielsweise Möpse, Französische Bulldoggen, Boston Terrier, Boxer, Pekinesen, Cavalier King Charles Spaniels und Pinscher. Das Züchten dieser Rassen ist eigentlich nach § 11b des deutschen Tierschutzgesetzes verboten, da den Hunden Merkmale angezüchtet wurden, unter denen sie teilweise ein Leben lang leiden. Dennoch sind auf etlichen Zuchtausstellungen noch immer Qualzuchten vertreten. Dabei werden bei Wettbewerben auch oft die Hunde prämiert, die den völlig irrationalen Zuchtzielen entsprechen und besonders stark mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.

So sehr leiden Hunde unter Qualzucht

Viele der gezüchteten Hunderassen leiden unter ihren angezüchteten Merkmalen. So soll ein kurzköpfiger Mops oder eine französische Bulldogge mit den großen Augen und der kurzen Nase niedlich aussehen – in Wahrheit kämpfen die Tiere jedoch mit Atemnot, tränenden Augen und Gelenkschäden. Manche von ihnen versterben aufgrund dieser Merkmale verfrüht oder benötigen eine lebensrettende Operation, bei der den Vierbeinern das Gaumensegel gekürzt, die engen Nasenöffnungen geweitet oder die im Kehlkopf hervorgetretenen Kehlkopftaschen entfernt werden.  Auch englische Bulldoggen, Boxer und Pekinesen leiden oftmals unter Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) und der damit verbundenen Atemnot. Durch den kurzen Oberkiefer schließt ihr Gebiss oftmals nicht richtig und sie haben Probleme beim Kauen, was zu Zahnschmerzen und sogar Zahnverlust führen kann. Durch die flachen Augenhöhlen quellen die Augäpfel der Tiere hervor und können im schlimmsten Fall komplett vorfallen. Weitere gesundheitliche Probleme sind oft Übergewicht und Gehirnentzündung.

Englische und französische Bulldoggen leiden ebenso wie Möpse und Schäferhunde häufig an einer Hüftgelenkdysplasie. Die genetisch bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks bedeutet für die Tiere eine starke Bewegungseinschränkungen und starke Schmerzen beim Laufen oder gar Springen.

Auch kurzbeinige Hunderassen wie Dackel, Bassets oder Corgis leiden sehr unter ihren angezüchteten Merkmalen. Ihre verkürzten Beine haben häufig eine Fehlstellung, und bei Rüden kann es im Winter sogar zu Erfrierungen des Hodensacks kommen. Auch treten bei kurzbeinigen Hunden besonders oft Bandscheibenvorfälle auf, die eine wahre Qual für die Tiere sind und bis zur Lähmung führen können.

Wie Sie sehen, sind die Rassestandards, nach denen diese Hunde gezüchtet werden, größtenteils hochproblematisch. Die Körper der Tiere sind deformiert und krank. Das alles nehmen Züchter und Käufer für die optische „Schönheit“ der Tiere in Kauf – und dass sie oft verfrüht sterben.

Nur ein Zuchtverbot kann das Leid der Tiere beenden

Das Verbot von Ministerin Julia Klöckner ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch die Qual der Tiere beginnt bei den Züchtern, die weiterhin Tiere mit gesundheitlichen Problemen züchten, um sie zu verkaufen. Daher kann nur ein generelles Verbot von tierschutzwidrigen Zuchten verhindern, dass immer wieder neues Leid entsteht. Das betrifft auch Katzen, Kaninchen, Reptilien, Vögel und sogenannte Nutztiere, die ebenso unter Qualzuchten leiden.

Ihr tierischer Mitbewohner wartet im Tierheim

Auch für Tiere, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten, hat das Züchten von Rassehunden traurige Auswirkungen. Die Nachzucht verschärft die Situation für heimatlose Tiere enorm – jedes Jahr werden in Deutschland ca. 300.000 Tiere ausgesetzt oder im Tierheim angegeben. Da Züchter jedoch weiterhin für reichlich Nachwuchs sorgen, sinken mit jedem gekauften Tier die Chancen auf eine Adoption. Dabei entscheidet einzig der Charakter darüber, welches Tier am besten zu einem künftigen Halter passt.

Treffen auch Sie eine tierfreundliche Entscheidung und adoptieren Sie Ihren tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim – er wartet dort bereits sehnsüchtig auf Sie.

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie keine Hundeausstellungen.
  • Klären Sie Freunde, Bekannte und Familie über das Leid der Qualzuchten auf.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Heimtierschutzgesetz, um den Qualzuchten ein Ende zu setzen.

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