Für Tierfreunde im besten Alter

PETAs Kastrationsprojekt in Rumänien: Aufklärungsarbeit im Winter

PETAs Kastrationsprojekt in Rumänien: Aufklärungsarbeit im Winter

PETAs Kastrations- und Bildungskampagne in Rumänien

In Europa ist Rumänien das Land mit den meisten heimatlosen Hunden. Etwa 600.000 Hunde und zigtausende Katzen leben hier ohne festes Zuhause. Jahr für Jahr werden aufgrund der rumänischen Gesetzlage tausende Hunde auf den Straßen von Tierfängern gefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Hier leidet jede einzelne Hundeseele jeden Tag. Um das Leid der heimatlosen Hunde in Rumänien auf lange Sicht zu verringern, hat PETA gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen. Mit einer mobilen Kastrationskampagne können so pro Jahr etwa 4.000 Hunde kastriert, registriert und medizinisch versorgt werden. Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für ALLE Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern.

httpss://youtu.be/eCq0Wh82CQk

Besonders im Winter ist Hilfe dringend nötig

Stroh, Nahrung, Laufleinen, Näpfe und Halsbänder verteilt

Der eisige Winter wird besonders für Hunde, die in ländlichen Gegenden im Freien gehalten werden, zu einer großen Gefahr. Nicht informierte Tierhalter lassen das Wasser in den Näpfen der Hunde oftmals einfrieren. Außerdem haben die Tiere meist nicht einmal ausreichenden Unterschlupf. Hinzu kommt, dass viele Hunde aufgrund einer veralteten, aber fest verankerten Denkweise noch immer an der Kette gehalten werden. Die Bewegungsfreiheit dieser Tiere ist auf einen Radius von einem Meter begrenzt. Diese „Tradition“ zu verändern und die Menschen dazu zu bewegen, aus ihren „Wachhunden“ tierische Mitbewohner zu machen, ist extrem schwierig.

Dennoch müssen wir an irgendeinem Punkt einfach ansetzen! Nach den Winterferien startete Eduxanima daher eine Aufklärungskampagne über die richtige Versorgung und Pflege von Tieren. Wir halfen direkt vor Ort, um den Menschen ganz praktisch zu vermitteln, wie sie sich richtig um ihre Tiere kümmern sollten: Hierzu verteilten wir Stroh für Hundehütten, Trockenfutter, Schüsseln für Nahrung und Wasser sowie Halsbänder und Geschirre. Wir ersetzten schwere Ketten durch leichte Laufleinen, damit die Hunde nicht länger das schwere Gewicht der Kette am Hals tragen müssen und zumindest etwas mehr Bewegungsfreiheit haben.

Rumänien Hunde Hilfe Kälte PETA

Wir versuchen stets, den Menschen klarzumachen, dass Tiere Lebewesen mit ganz eigenen Bedürfnissen sind, die Nahrung, Fürsorge, Liebe und Aufmerksamkeit brauchen – ähnlich wie wir Menschen.

Als wir die erste Halterin, Frau Paraschiv, besuchten, fanden wir zu unserer Überraschung zwei sehr gepflegte, wohlgenährte und geliebte Hunde vor. Einer der Hunde war allerdings angekettet – in dieser Gegend nichts Ungewöhnliches. Die Halterin versicherte uns, den Hund nicht dauerhaft an der Kette zu halten; sie wollte ihn lediglich davon abhalten, immer wieder ihre Schuhe von der alten Terrasse zu stehlen, sie zu verstecken und zu zerkauen. Frau Paraschiv war überglücklich über unsere Hilfe und dankte uns nochmals, dass wir ihre Hunde im Rahmen unserer Kampagne in Topoloveni kastriert hatten.

Rumänien Hunde Hilfe Kälte PETA

Als nächstes besuchten wir Herrn Preda, dessen zwei kleine Hündinnen wir während unserer Kastrationskampagne ebenfalls kastriert hatten. Damals hatte er uns die Hündinnen angebunden im Laderaum eines kleinen, leeren Lieferwagens gebracht. Als wir sein Grundstück jetzt betraten, machte uns der Anblick nicht gerade glücklich: Die Hündinnen waren immer noch angekettet, eine von ihnen sogar an einer besonders kurzen Kette. Ihr Wasser war eingefroren, sie hatten keine Nahrung. Lediglich zwei Hundehütten standen ihnen zur Verfügung, in denen früher einmal Stroh gelegen hatte. Die beiden sehnten sich förmlich nach etwas Liebe, Berührung und Zuneigung.

Rumänien Hunde Hilfe Kälte PETA

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Wir gaben Herrn Preda zwei Säcke Stroh, Nahrung und Näpfe. Außerdem ersetzten wir die kurzen Ketten durch Laufleinen. So haben die Hündinnen nun zumindest ein wenig mehr Bewegungsfreiheit. Wir baten Herrn Preda, die beiden Tiere gut zu füttern, und rieten ihm, wenn das Wasser gefroren ist und er die Schalen deshalb nicht leeren kann, heißes Wasser auf das Eis zu gießen. Wir sagten ihm, dass wir noch einmal kommen würden, um die Laufleinen zu überprüfen und zu sehen, wie er unsere Ratschläge umsetzen konnte. Außerdem werden wir natürlich den Gesamtzustand der Hunde prüfen und mit ihm darüber sprechen, welche Tierschutzvorgaben gesetzlich festgelegt sind.

Rumänien Hunde Hilfe Kälte PETA

Frau Vali ist die neue menschliche Gefährtin eines großen Hundes, den wir während unserer Kampagne in Topoloveni auf der Straße einfangen und kastrieren konnten. Wir suchten damals jemanden, der ihn adoptieren würde – und fanden Frau Vali! Der große Bursche heißt nun Dick, und hätte er nicht so unverwechselbare große Ohren, hätten wir ihn bei unserem letzten Besuch kaum wiedererkannt. Er ist wunderschön, sauber, gut gepflegt und eindeutig von ganzem Herzen geliebt. Er kann in einem großen Garten herumtollen und spielen – auch mit seinem neuen Freund. Denn Frau Vali hat einen weiteren Hund adoptiert, den man direkt vor ihrer Tür ausgesetzt hatte. Stroh mussten wir keines dalassen, denn Dick lebt nicht in einer Hundehütte. Er hat ein ganzes Haus zur freien Verfügung und schläft mit seinem neuen Freund auf dem Sofa. Dick ist jetzt ein freier Hund ohne Kette.

Rumänien Hunde Hilfe Kälte PETA

Im Rahmen unserer Kampagne lernten wir viele Streuner kennen, die in unserer Klinik kastriert wurden. Diese heimatlosen Hunde wurden ausgesetzt und einfach vergessen. Zum Glück gibt es wenigstens einige mitfühlende Menschen, die diese Tiere vor ihrem Häuserblock mit Wasser und Nahrung versorgen.

Rumänien Hunde Hilfe Kälte PETA

Einer dieser Menschen ist Frau Stere – eine seit Jahren engagierte Frau, die sich schon um sehr viele Hunde und Katzen gekümmert hat. Auch für Frau Steres Schützlinge stellten wir Futter bereit.

Unsere Kastrationskampagne wird noch den ganzen Winter über weiterlaufen. Und natürlich werden wir zu den Tieren zurückkehren, deren Halter von uns klare Vorgaben zur Versorgung ihrer Vierbeiner bekommen haben. Wir möchten sicherstellen, dass unsere Informationen nicht verhallen, sondern tatsächlich umgesetzt werden.

Was Sie tun können

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen und so vielen Hunden ein schlimmes Schicksal ersparen können.

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