pferde karneval koeln

Für Freunde des Karnevals ist die „5. Jahreszeit“ ein Grund zur Freude und zum Feiern. Pferde hingegen, die bei Rosenmontagszügen und anderen Karnevalsveranstaltungen eingesetzt werden, sind Stress, Beruhigungsmitteln und einem hohen Unfallrisiko ausgesetzt.

In zahlreichen Städten, Gemeinden und Dörfern werden bei den alljährlichen Karnevals- und Faschingsumzügen Pferde eingesetzt. Laute Musik, fliegende Pralinenschachteln und grölende Narren bedeuten für die sensiblen Tiere jedoch massiven Stress. Pferde sind als Fluchttiere sehr schreckhaft. Selbst bei Pferden, die häufiger solchen Situationen ausgesetzt sind, kann bereits eine geringe Störung den Fluchtinstinkt auslösen. Immer wieder geraten einige der Tiere in den laut feiernden Menschenmassen in Panik, sodass es jedes Jahr zu gefährlichen Zwischenfällen kommt, bei denen teilweise Menschen und Tiere verletzt werden. [1, 2] In den vergangenen Jahren wurde durch behördliche Berichte vermehrt bekannt, dass Pferde im Vorfeld mit Beruhigungsmitteln ruhig gestellt wurden, damit sie überhaupt in Umzügen eingesetzt werden konnten. [3, 4]

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Viele Bürger wünschen sich ein Verbot von Pferden im Karneval

Nicht zuletzt aufgrund der Häufung von schweren Unfällen in den vergangenen Jahren findet seit Längerem ein Umdenken statt: Viele Tierfreunde und Aktivisten machen auf das Leid der Pferde aufmerksam und engagieren sich für ein endgültiges Verbot dieser fragwürdigen „Tradition“. 2018 ergab eine Meinungsumfrage, dass sich mit 47 Prozent eine knappe Mehrheit der Bürger in Nordrhein-Westfalen für ein Verbot von Pferden bei Karnevalsumzügen ausspricht, 45 Prozenten der Befragten äußerten keine Bedenken. [5]

Die Politik muss Pferde in Karnevalsumzügen verbieten

In der Vergangenheit forderten wir von PETA Deutschland die Fraktionen der Kommunalparlamente in den Karnevalshochburgen dazu auf, den Einsatz von Pferden beim Rosenmontagszug und ähnlichen Umzügen zu untersagen. Darüber hinaus fordern wir ein grundlegendes Verbot von Pferden im Straßenkarneval und bei ähnlichen Veranstaltungen.

Denn die Pferde leiden nicht nur während ihres Einsatzes in Karnevalsumzügen, sondern auch im Vorfeld: Vor Karnevalsveranstaltungen werden die sensiblen Tiere bereits „desensibilisiert“. Dazu werden sie wiederholt mit lauter Musik und Knallgeräuschen konfrontiert. Das gezielte und wiederholte Auslösen von Schreck- und Angstzuständen sowie der schmerzhafte Einsatz spezieller Gebisse sind Tierquälerei.

Viersen und Eppingen: Vorbild in Sachen Tierschutz

Nach einem schweren Unfall beim Kölner Karneval 2018 entschied sich der Festausschuss des Viersener Karnevals für ein Pferdeverbot. [6] Im selben Jahr ordnete auch die Stadtverwaltung von Eppingen an, dass bei Martinsumzügen im gesamten Stadtgebiet keine Pferde mehr mitlaufen dürfen. [7]

Pferde sind sensible, soziale und bewegungsfreudige Herdentiere

Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in Herden leben wollen. Sie brauchen ausreichend Bewegung und Auslauf im Freien – vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung. Weiterhin wichtig sind hochwertige Nahrung und frisches Wasser sowie ausreichend Pflege und medizinische Versorgung. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben, das auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen führt.

Was Sie tun können

In einigen Städten ist der Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen nur mit Einschränkungen erlaubt oder ganz verboten. Bitte appellieren Sie an die Oberbürgermeister der Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf, Mainz, Bonn und Aachen, nachzuziehen und den Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen zu untersagen.

Quellen

[2] Hauser, Claudia (2017): Pferd stürzt beim Kölner Rosenmontagszug, https://rp-online.de/nrw/staedte/koeln/rosenmontagszug-2017-in-koeln-pferd-stuerzt-kran-angefordert_aid-18925771, (eingesehen am 20.04.2021)

[3] Bongartz, Richard (2017): Tierärzte verweigern Betreuung der Pferde, https://ga.de/bonn/stadt-bonn/tieraerzte-verweigern-betreuung-der-pferde_aid-43246501, (eingesehen am 20.04.2021)

[4] Kölner Stadtanzeiger (2017): Queridas Sturz befeuert Debatte um Tierquälerei – auch Vorfälle in der Region, http://www.ksta.de/koeln/karneval-in-koeln/rosenmontag-queridas-sturz-befeuert-debatte-um-tierquaelerei%E2%80%94auch-vorfaelle-in-region-25941092, (eingesehen am 20.04.2021)

[5] Online-Befragung zum Thema „Pferde bei Karnevalsumzügen“ im Auftrag von PETA Deutschland (2018), https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Umfrage_Pferde_Karneval_02.2018.pdf, (eingesehen am 20.04.2021)

[6] RP ONLINE (2018): Festausschuss: Pferdeverbot im Viersener Karneval, https://rp-online.de/nrw/staedte/viersen/karneval-2019-in-viersen-pferdeverbot-beim-tulpensonntagszug_aid-34192039, (eingesehen am 22.04.2021)

[7] RHEIN-NECKAR-ZEITUNG (2018): St. Martin muss in Eppingen künftig laufen, https://www.rnz.de/nachrichten/sinsheim_artikel,-umzug-mit-pferd-verboten-st-martin-muss-in-eppingen-kuenftig-laufen-_arid,399348.html, (eingesehen am 22.04.2021)

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