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Jagdstatistik: Jäger töten jedes Jahr rund 5 Millionen Wildtiere

Jagdstatistik: Jäger töten jedes Jahr rund 5 Millionen Wildtiere

In den kalten Monaten beginnt die Jagdsaison: Vor allem im Herbst und Winter werden in Deutschland jedes Jahr Millionen Tiere gejagt – auf einige Tierarten haben es Jäger leider besonders abgesehen.

Der Deutsche Jagdverband veröffentlicht nach jeder Jagdsaison eine Statistik darüber, wie viele Wildtiere welcher Tierart in der entsprechenden Saison von Jägern getötet wurden. Lesen Sie hier mehr zu den erschreckend hohen Zahlen der Jagdstrecke von 2018/2019 (inklusive sogenanntem Fallwild).

Über 1,3 Millionen Rehe

Allein in Deutschland töteten Jäger in der Jagdsaison 2018/2019 mehr als eine Million Rehe. Für Jäger sind die scheuen Tiere besonders profitabel, denn sie verkaufen ihr Fleisch als Wildfleisch. Die hohe Zahl getöteter Rehe lässt sich zusätzlich darauf zurückführen, dass Jäger die Tiere für sogenannte Wildschäden in Wäldern verantwortlich machen; Rehe sollen nach Ansicht der Jäger Bäumen und Trieben schaden. Außerdem haben Jäger die größten natürlichen Feinde der Rehe, die Wölfe, hierzulande weitgehend ausgeschaltet. Den Abschuss von Rehen rechtfertigen Jäger paradoxerweise damit, dass sie mit der Jagd die Wölfe ersetzen müssen, um einer unkontrollierten Vermehrung der Tiere entgegenzuwirken.

Fast 600.000 Wildschweine

In der Jagdsaison 2018/2019 betrug die Jagdstrecke fast 599.900 Wildschweine. Die Panik vor der Afrikanischen Schweinepest ist einer der Gründe für den Abschuss von Wildschweinen: Viele Landwirte befürchten eine weitere Ausbreitung der Seuche in Deutschland – und dass die Krankheit von den Wildschweinen auf ihre Schweine in der Mast übertragen wird. Daher wurde das sogenannte Schwarzwild großflächig zum Abschuss freigegeben. Es begann eine regelrechte Hetzjagd, im Rahmen derer es vermehrt zu Drückjagden kam und unzählige Wildschweine qualvoll getötet wurden. Besonders sinnlos erscheint die Jagd auf Schwarzwild unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Wildschweine sich Studien zufolge unter hohem Jagddruck verstärkt fortpflanzen.

Für einen gesunden und starken Wald sind Wildschweine unerlässlich: Die Tiere tragen zur Verjüngung des Waldes bei, indem sie bei der Futtersuche den Waldboden aufwühlen.

Mehr als 420.000 Füchse

Über 422.200 Füchse wurden in der Jagdsaison 2018/2019 getötet. In vielen Bundesländern dürfen Jäger dabei auf brutale Methoden wie die Fallenjagd zurückgreifen; in sogenannten Totschlagfallen werden die hilflosen Füchse lebendig zerquetscht und verstümmelt. Wenn Tiere mit ihren Pfoten oder ihrem Gesicht in die Falle geraten, sterben sie einen langsamen und grausamen Tod. Obwohl Wissenschaftler sich mittlerweile einig sind, dass die Jagd zu einer erhöhten Geburtenrate führt und die Zahl getöteter Füchse durch Nachwuchs und Zuwanderung ausgeglichen und sogar überkompensiert wird, rechtfertigen Jäger die Fuchsjagd mit dem längst widerlegten Argument, dass sie der Regulierung der Fuchsanzahl diene. Der eigentliche Grund für die Jagd auf Füchse ist, dass viele Jäger die Tiere als Konkurrenten bei der Jagd sehen.

Indem Füchse schwache und kranke Tiere erbeuten und dadurch verhindern, dass sich Krankheiten ausbreiten, tragen sie zur Gesundheit der Wälder bei.

Mehr als 400.000 Wildtauben

Wildtauben gehören mit einer Zahl von 403.567 zu den traurigen Rekordhaltern der Jagdstatistik. In der Saison 2018/2019 erschossen Jäger Hunderttausende Tauben, da sie angeblich für Schäden auf Getreidefeldern verantwortlich sind. Deshalb werden oftmals direkt ganze Schwärme zum Abschuss freigegeben. Gelegentlich erhalten revierlose Jäger eine Sondergenehmigung für die Taubenjagd – das zeigt, dass hinter dem brutalen Hobby der Jäger oft die reine Freude am Töten steckt.

Tauben / Brieftauben

Tauben verbringen ihr gesamtes Leben mit ihrem Partner an einem Ort; Taubeneltern ziehen auch zusammen ihren Nachwuchs auf.

Doch nicht nur Rehe, Wildschweine, Füchse und Tauben fallen der Jagd zum Opfer, sondern auch unzählige weitere Tiere. Im Jagdjahr 2018/2019 starben inklusive Fallwild (Tiere, die nicht von Jägern getötet wurden, sondern beispielsweise durch Krankheit oder Verkehrsunfälle starben):

  • 158 Wildenten und 107.604 Wildgänse
  • 854 Feldhasen
  • 554 Waschbären
  • 900 Dachse
  • 005 Steinmarder, 8.373 Iltisse, 6.306 Baummarder und 3.247 Wiesel
  • 832 Fasane
  • 953 Nutria
  • 110 Marderhunde

Tausende weitere Tiere wie Waldschnepfen, Mufflons, Gämse und Rebhühner gingen ebenfalls in die Jagdstatistik 2018/2019 ein.

Was die Jagdstatistik verschweigt: Der Jagd fallen unzählige weitere Leben zum Opfer

Neben weit mehr als vier Millionen offiziellen Todesopfern der Jagdsaison 20181/19 töten Jäger oft auch Tiere, die in der Statistik nicht gelistet werden. Dazu gehören beispielsweise Hunde und Katzen; jährlich werden Schätzungen zufolge 200.000 freilaufende Hauskatzen von Jägern getötet, weil sie vermeintlich eine Gefahr für die Vogelpopulation darstellen.

Andere Tiere, die ebenfalls in der Statistik unberücksichtigt bleiben, sind angeschossene und verwundete Wildtiere, die geflohen sind und die Jäger anschließend nicht mehr finden konnten. Zudem sind einige Tierarten auch gar nicht aufgeführt, wie etwa Schwäne.

Zur offiziellen Statistik kommen außerdem illegal erschossene Tiere hinzu – zum Beispiel geschützte Arten oder während der Schonzeit getötete Tiere – ebenso wie Jagdopfer, die aus reiner Bequemlichkeit der Jäger nicht erfasst wurden. Darüber hinaus werden jedes Jahr zahlreiche Menschen bei Jagdunfällen verletzt oder sogar getötet.

Was Sie tun können

  • Sprechen Sie sich gegen die Jagd aus: Informieren Sie Freunde, Familie und Bekannte über das grausame Hobby der Jäger.
  • Essen Sie kein Wildfleisch: Damit helfen Sie nicht nur den Tieren, sondern tun auch Ihrer Gesundheit etwas Gutes.
  • Entscheiden Sie sich für eine tierfreundliche Lebensweise. Auf unserer Website finden Sie alle Informationen dazu, wie Sie Tieren mit einer pflanzlichen Ernährunghelfen können.
  • Als Grundstückseigentümer können Sie sich dafür einsetzen, dass Jäger auf Ihrem Eigentum keine Tiere töten dürfen, indem Sie Ihr Grundstück befrieden lassen.

Ihren Garten können Sie besonders tierfreundlich gestalten und damit Wildtieren helfen.