Für Tierfreunde im besten Alter

Jagd auf Hunde und Katzen – unbegründete Abschüsse verbieten

Jagd auf Hunde und Katzen – unbegründete Abschüsse verbieten

Leider kommt es immer wieder vor, dass Jäger nicht nur Wildtiere attackieren und auf grausame Weise töten – auch sogenannte Haustiere wie Hunde und Katzen laufen den Hobbyschützen bei ihren Streifzügen durch die Nachbarschaft vor die Flinte oder geraten in die von ihnen aufgestellten Fallen. Nicht selten drücken die Jäger auch ab. Aber warum schießen viele Jäger mit Vorliebe auf freilaufende Hunde und Katzen?

Jäger töten nach PETA-Schätzungen jährlich rund 200.000 Katzen und Hunde

Schätzungen zufolge töten Jäger in Deutschland pro Jahr etwa 200.000 freilaufende Katzen und tausende Hunde. Eine Meldepflicht der getöteten Tiere gibt es für Jäger in diesen Fällen nicht, was eine genaue Hochrechnung erschwert. Verständlicherweise heißen die wenigsten Menschen es gut, wenn ihre tierischen Mitbewohner einfach getötet werden. Aus diesem Grund vergraben Jäger viele der erlegten Hunde und Katzen in einem Erdloch, entsorgen sie am Straßenrand oder überfahren die Leichname sogar zusätzlich, um einen Unfalltod vorzutäuschen.

In den Medien tauchen leider immer wieder Fälle von Hunden und Katzen auf, die mit Schusswunden übersät wurden. 2015 beispielsweise wurde ein Hund in einem Waldgebiet in Untersimboln im Landkreis Passau von mehreren Schrotkugeln getroffen. Laut Medienberichten hielt sich das Tier in der Nähe einer Futterstelle auf und wurde möglicherweise durch einen Jäger verletzt. Der Hund konnte zu seinem Halter zurücklaufen und tierärztlich behandelt werden. [1]

Sind Katzen und Hunde wirklich eine Gefahr für Wildtiere?

Der Abschuss von tierischen Mitbewohnern ist in vielen deutschen Bundesländern noch immer erlaubt. Je nach Region gelten Hunde und Katzen dabei bereits als angeblich wilderndes Tier, wenn sich das Tier zu weit vom Halter bzw. vom Haus entfernt. In manchen Bundesländern können Katzen beispielsweise schon als wildernde Beutegreifer abgeschossen werden, wenn sie sich nur 200 bis 500 Meter vom nächsten Haus entfernt bewegen. Als wildernd gelten Hunde in einigen Regionen, wenn der Halter nicht mehr auf sie einwirken kann und sie Wildtieren nachstellen. [2]

Auch die Behauptung, Katzen würden die Artenvielfalt unserer Vogelwelt bedrohen, ist wissenschaftlich in keiner Weise belegt. Gründe für den Rückgang verschiedener Vogelpopulationen sehen Experten dagegen in der vermehrten Zerstörung von Lebensräumen durch die Landwirtschaft und den zunehmenden Einsatz von Pestiziden. [3] Die Jägerlobby behauptet gern, Katzen und Hunde müssten wegen Wilderei abgeschossen werden. Das Argument ist jedoch widersprüchlich, bedenkt man, dass Jäger selbst bedrohte Arten wie Feldhasen oder Fasane zu Hunderttausenden töten. Es ist längst überfällig, ein Verbot der Jagd auf Hunde und Katzen zu erwirken!

PETA fordert ein Verbot der Jagd auf Hunde und Katzen

Gesetzlich ist die Jagd auf Hunde und Katzen in Deutschland noch nicht verboten. Nur einzelne Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Baden-Württemberg bestrafen den nachweislichen Abschuss von Hunden und Katzen mit Geldbußen. [4]

Wir von PETA50Plus kritisieren, dass der Abschuss angeblich wildernder Hunde und Katzen durch Jäger in Deutschland vielerorts noch immer erlaubt ist, denn er entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

Kastrationspflicht ist die nachhaltige Lösung

Die einzige Lösung, um die Katzenpopulation nachhaltig regulieren zu können, ist eine konsequente Kastrationspflicht für freilaufende Katzen. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben die Auflage bereits eingeführt und sich damit für eine nachhaltige und tierfreundliche Regelung entschieden. Durch das gesetzlich festgeschriebene Kastrieren freilaufender Katzen können wir massivem Tierleid durch eine sprunghaft ansteigende Katzenpopulation nicht nur vorbeugen, sondern es auch dauerhaft vermindern.

Was Sie tun können

  • Unterstützen Sie unsere Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz und der darin festgelegten Kastrationspflicht für freilaufende Katzen.
  • Bitten Sie Ihre Landesregierung, die Tötung von Katzen und Hunden durch Jäger zu verbieten.
  • Thematisieren Sie irreführende Behauptungen über die Jagd in Ihrem Familien- und Bekanntenkreis. Klären Sie Ihre Lieben über das unfassbare Tierleid auf.
  • Nehmen Sie Ihren Hund in Waldgebieten an die Leine und geben Sie Hobbyjägern keine Chance, Ihrem tierischen Mitbewohner Schaden zuzufügen.