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Die Jagd: So grausam und unnötig ist das Töten von Wildtieren

Die Jagd: So grausam und unnötig ist das Töten von Wildtieren

In Deutschland wurden im Jagdjahr 2018/2019 über eine Million Rehe, fast 600.000 Wildschweine, über 400.000 Füchse, über 400.000 Wildtauben und tausende weitere Wildtiere von Jägern getötet [1]. Auch tausende Katzen, Hunde und sogar Menschen sterben jedes Jahr durch die Kugel eines Jägers. Die Jagd auf Wildtiere ist nicht nur grausam und gefährlich, sondern auch unnötig und sogar kontraproduktiv. Hier finden Sie alle Fakten und Informationen rund um die Jagd.

Die Natur reguliert sich von allein

Über 380.000 Menschen in Deutschland bezeichnen sich als Hobbyjäger und schießen als Freizeitbeschäftigung völlig legal auf wehrlose Mitgeschöpfe [2]. Oft begründen Jäger das Töten von Wildtieren damit, dass Populationen kontrolliert werden müssen und es ohne die Jagd zu viele Tiere einer bestimmten Art geben würde. Anerkannte Wissenschaftler und Wildbiologen sind sich jedoch einig, dass die Jagd aus ökologischer Sicht nicht notwendig ist. Tierpopulationen haben sich schon immer durch Nahrungsverfügbarkeit, Krankheiten und Witterung reguliert [3]. Sobald es zu viele Tiere einer Art gibt, bricht die Überpopulation durch Nahrungsmangel von ganz allein zusammen [4]. Jagdfreie Gebiete wie der Kanton Genf zeigen bereits seit vielen Jahren, dass die Jagd nicht nötig ist und die Natur sich von allein reguliert.

Die Jagd lässt Wildtierpopulationen steigen

Bei vielen Tierarten bewirkt die Jagd sogar das Gegenteil einer Populationskontrolle. So reagieren beispielsweise Wildschweine, Füchse und Waschbären mit einer gesteigerten Geburtenrate auf den Jagddruck [5, 6]. Bei weiblichen Wildschweinen tritt die Geschlechtsreife in bejagten Gebieten viel früher ein [7]. Die Verluste durch die Jagd werden durch die überlebenden Tiere schnell ausgeglichen und sogar überkompensiert.

Auch zerstört die Jagd die natürlichen Umwelteinflüsse, die sonst für die Populationskontrolle sorgen würden. So überbrücken Zufütterungen durch die Jäger Nahrungsengpässe, und durch das übermäßige Töten von Füchsen und Mardern fehlt der natürliche Feind der Mäuse, die dann durch Gift getötet werden. Dieses gelangt in die Umwelt und tötet auch andere Wildtieren, welche sich von Mäusen ernähren.

Es gibt keine Schäden durch die Wildtiere

Viele Jäger behaupten, die Jagd wäre nötig, um sogenannte Wildschäden einzudämmen. Damit ist der finanzielle Schaden gemeint, der in der Forst- und Landwirtschaft entsteht, wenn Rehe beispielsweise an den Knospen junger Bäume knabbern oder Wildschweine Felder umwühlen. Es geht dabei vorrangig um den wirtschaftlichen Profit und die Ertragsmaximierung durch Monokulturen [8, 9]. Doch Tiere sind Teil unserer Natur und haben das Recht, zu existieren und ihren Lebensraum zu nutzen. In einem natürlichen Wald gibt es keine Schäden durch Wildtiere – vielmehr zerstört der Mensch die Natur und den Lebensraum der Tiere durch die intensive Land- und Forstwirtschaft. Zusätzlich fördert die Jagd die sogenannten Wildschäden, da sie die Populationen vieler Tierarten steigen lässt. Das Problem ist also hausgemacht.

Beutegreifer werden getötet, weil sie Konkurrenten sind

Während Tierarten wie Rehe und Wildschweine von Jägern gefüttert werden und ihre Population künstlich hochgehalten wird, werden Beutegreifer wie Füchse und Marder gnadenlos verfolgt und getötet. Um die Tötung von jährlich über 400.000 Füchsen zu rechtfertigen, wird ihnen zu Unrecht das Image des Krankheitsüberträgers angedichtet. Dabei gilt Deutschland bereits seit 2008 als frei von terrestrischer Tollwut [10], und die durch den Fuchsbandwurm ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – ist eine der seltensten Parasitosen (Infektionskrankheiten) Europas [11]. Auch stellen Füchse anders als behauptet keine Bedrohung für die Populationen von Feldhasen und Auerhühnern dar. Die Rückgänge dieser Tierarten sind vorrangig auf den Lebensraumverlust durch die intensive Landwirtschaft und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen [12, 13]. Zudem töten Jäger jährlich rund 190.000 Feldhasen und hunderte Rebhühner [1].

Dass Jäger Beutegreifer töten, weil sie eine Konkurrenz darstellen, geben sie sogar offen zu: „Um unser Niederwild zu hegen und wieder gute Strecken an Hasen und Fasanen zu erzielen, dürfen wir nicht nachlassen, seine Beutegreifer zu bejagen.“ [14]

So grausam ist die Jagd

Die bei der Jagd angewandten Methoden sind oftmals tierquälerisch und brutal. So werden die Wildtiere bei Treib- und Drückjagden in Todesangst versetzt und bis zur Erschöpfung gehetzt. Jagdhunde treiben die Tiere vor die Flinten und Gewehre der Jäger. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben insbesondere bei Drückjagden – je nach Tierart – bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. [15]. Die verwundeten Tiere flüchten, quälen sich oft tagelang und sterben einen qualvollen Tod.

Auch die Fallenjagd mit Totschlag- und Lebendfallen verursacht großes Leid bei den Tieren. In Totschlagfallen werden die Tiere oft nicht sofort getötet, sondern sterben langsam und qualvoll aufgrund von abgetrennten Gliedmaßen, Trümmerbrüchen und zerquetschten Körperteilen. Geraten Wildtiere in Lebendfallen, stehen sie unter großem Stress und höchster Panik. Das kann bis zum Tod durch Kreislaufversagen führen [16]. Anschließend werden sie vom Jäger per Kopfschuss hingerichtet.

Bei der tierquälerischen Baujagd werden Jagdhunde in die Bauten von Füchsen und Dachsen geschickt. Die Hunde sollen die Tiere aus ihrem Versteck aufscheuchen und herausjagen – vor den Gewehrlauf des Jägers. Hierbei kommt es oft zu einem erbitterten Kampf zwischen Hund und Wildtier, oftmals blutig und mit schweren Folgen für beide Tiere. Nicht selten kommen Jagdhunde schwer verletzt aus dem Bau heraus. Für das Training der Jagdhunde werden Füchse in sogenannten Schliefenanlagen eingesperrt, wo sie keine Chance haben, den Hunden zu entkommen. In nahezu allen Bundesländern werden für die Jagdhundeausbildung außerdem noch immer lebende Enten eingesetzt und dabei gequält.

Jagd: gefährlich für Tiere und Menschen

Die Jagd ist nicht nur für die Tiere, die auf der Abschussliste stehen, eine Gefahr. Auch geschützte Tiere und tierische Mitbewohner wie Hunde und Katzen geraten oft in die Fallen der Jäger oder werden erschossen. Zudem erhöht die Jagd das Risiko für Wildunfälle, die gefährlich für Tiere und Menschen sind. Besonders bei Treib- und Drückjagden rennen die gehetzten Tiere oft in Todesangst über Straßen [17].

Auch die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen durch Jäger zu Schaden kommen und sogar getötet werden, ist nicht gering. Immer wieder werden Jogger und Spaziergänger von Fehlschüssen oder Querschlägern getroffen.

Was Sie tun können

Sprechen Sie sich gegen die grausame Jagd aus, indem Sie kein Wildfleisch essen. Dies ist nicht nur für die Tiere besser, sondern auch für Ihre Gesundheit. Auf unserer Website erfahren Sie, wie Sie den Tieren durch eine vegane Ernährung helfen können und finden leckere vegane Rezepte.

Sie können außerdem dafür sorgen, dass Jäger auf Ihrem Privatgrundstück keine Tiere töten dürfen, indem Sie Ihr Grundstück befrieden lassen.

Weitere Tipps, wie Sie Wildtieren helfen können:

 

Quellen

[1] Ethik heute (15.08.2018): Tiere als Subjekte anerkennen, https://ethik-heute.org/tiere-als-subjekte-anerkennen/, (eingesehen am 10.11.2020)

[2] Süddeutsche Zeitung (21.02.2013): Warum wir Rinder, aber keine Hunde essen, https://www.sueddeutsche.de/leben/psychologie-des-fleischkonsums-warum-wir-rinder-aber-keine-hunde-essen-1.1605821, (eingesehen am 10.11.2020.)