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Hühner halten im Garten: Die besten Tipps für Anfänger

Hühner halten im Garten: Die besten Tipps für Anfänger

Sie möchten Hühner halten und wissen noch nicht genau, worauf Sie bei der Hühnerhaltung im Garten achten müssen? Wir haben hier Informationen für alle Anfänger zusammengetragen, die Hühnern ein artgerechtes und liebevolles Zuhause schenken möchten. Sie finden hier Tipps zur Herkunft, Unterbringung und Fütterung der Tiere.

Hühner vor dem Schlachthaus retten

Jedes Jahr werden mehrere Tausend „ausgediente“ Legehennen vor dem sicheren Tod gerettet. Denn nach circa einem Jahr lässt bei den Hennen die Legeleistung nach und die Betriebe wollen sie loswerden, da sie sich nicht mehr rentieren. Für gewöhnlich heißt dies, die Tiere werden in einem Alter von gerade mal anderthalb Jahren in das Schlachthaus gebracht. Doch verschiedene Vereine wie Rettet das Huhn e.V. haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Hühner vor der Tötung zu bewahren und ihnen ein neues Zuhause zu schenken, wo sie in Frieden leben können. Die Hennen aus der Boden-, Freiland- und Biohaltung werden an Privatpersonen vermittelt, die die oftmals geschwächten und traumatisierten Tiere bei sich aufnehmen.

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Bei der Aufnahme von geretteten Hühnern aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung müssen einige Besonderheiten beachtet werden. So haben sie beispielsweise durch die extreme Überzüchtung eine geringere Lebenserwartung als „normale“ Hühner. Auch muss die Nahrung nach und nach vom Hochleistungsfutter auf ein natürliches und abwechslungsreiches Futter umgestellt werden. Vielen Hühnern fehlen bei der Rettung Federn, die von anderen Hühnern durch den Stress in den überfüllten Haltungen ausgepickt wurden. Diese Hühner erhalten vor allem in den kalten Jahreszeiten einen Hühnerpullover.

Die Eingewöhnung in das neue Zuhause ist ein langsamer Prozess, da viele Hühner noch nie Tageslicht oder gar Gras gesehen haben. Geben Sie Ihren neuen Schützlingen etwas Zeit, bis sie sich an die Umgebung und Temperatur gewöhnt haben.

Wie viele Hühner sollte man aufnehmen und benötigt man einen Hahn?

Hühner leben in Gemeinschaften mit mehreren Tieren zusammen. In der Regel bilden sich diese aus fünf bis 20 Hennen und einem Hahn. Wer Legehennen retten möchte, kann zwei bis ca. 20 Tiere bei sich aufnehmen, alleine dürfen Hühner nicht gehalten werden.

Einen Hahn benötigen die Hühner nicht, um eine Hackordnung zu bilden. In der Regel übernimmt in einer rein weiblichen Hühnergemeinschaft eine Henne die Rolle des Hahns. Ein Hahn tut dem sozialen Gefüge jedoch durchaus sehr gut. Wer sich einen Hahn für seine Hühnergemeinschaft wünscht, kann sich ebenfalls an Hühner-Rettungsvereine wenden.

Gerettete Hühner Hühnerhaltung

Der Auslauf

Hühner benötigen vor allen Dingen Licht, frische Luft, Sonne und viele Versteckmöglichkeiten. Eine Freilauffläche ist daher unabdingbar für eine artgerechte Haltung, je mehr desto besser. Optimal ist ein grüner Auslauf mit Büschen, Bäumen und weiteren Versteckmöglichkeiten, da Hühner sich unter freiem Himmel eher unwohl fühlen und unter Sträuchern Schutz vor Greifvögeln suchen. Je nach Beschaffenheit des Auslaufs sollte zusätzlich ein Schutznetz angebracht werden. Wenn auf der Freifläche ein Futterplatz errichtet wird, sollte er durch eine Überdachung vor Feuchtigkeit geschützt werden. Wichtig ist auch, die Fläche mit einem geeigneten Zaun abzuzäunen. Dieser sollte 1,30 bis 1,50 Meter hoch sein und ein festes Fundament haben, um ein Untergraben von Marder und Fuchs zu verhindern.

Hühner lieben Staubbäder. Wenn ihnen dieses Vergnügen durch den Boden der Freifläche nicht ermöglicht wird, können Sie ein überdachtes Staubbad errichten. Hierfür genügt ein quadratmetergroßes mit Sand gefülltes Becken. Auch Misthaufen bereiten Hühnern eine große Freude, da sie hier ausgiebig scharren und picken können.

Hühner auf Stroh Hühnerhaltung

Damit sich der Boden des Auslaufes nicht zu sehr abnutzt, sollten Löcher regelmäßig wieder ausgeglichen werden. Damit das Gras ungestört wachsen kann, empfiehlt es sich, die Fläche aufzuteilen und abwechselnd zu nutzen, wenn es der Platz hergibt. So kann das Gras in einem Bereich nachwachsen, während die Hühner sich im anderen Bereich aufhalten.

Hühnerstall

Für eine ruhige Nacht in Sicherheit benötigen Hühner einen geschützten Stall. Auch bei Wind, Regen und Schnee bietet ein Hühnerstall den Tieren Unterschlupf.

Der Stall sollte hell, trocken, gut belüftet und zugleich zugfrei sein. Die Größe richtet sich nach der Anzahl der Tiere. Bei zehn Hühnern kann man beispielsweise eine Größe von 2 x 2 Metern und eine Höhe von 1,80 bis 2,20 Metern einplanen. Da in Ställen oft zu viel Feuchtigkeit droht, ist es wichtig, einen fäulnissicheren und robusten Stall zu haben, der leicht gereinigt und desinfiziert werden kann. Für die nötige Wärme sorgt eine Isolierung von Wänden und Fußboden. Der Stallboden kann aus Beton oder Erde bestehen, wobei ein natürlicher Erdboden häufig umgegraben und ausgewechselt werden sollte. Als Einstreu können Sie Sand, Kurzstroh, Sägespäne oder trockenes Laub verwenden. Ein Bereich mit Sand und kieselsäurehaltige Erde ermöglichen zudem das Reinigen des Gefieders und Schutz vor Krankheitserregern.

Durch Fenster sollte Licht und Sonnenschein in den Hühnerstall eindringen können. Zusätzlich ist es nötig, eine Lüftungsklappe über dem Fenster anzubringen, damit die Hühner ausreichend Frischluft bekommen. Die Tür zum Stall sollte selbstverständlich verschließbar sein.

Da Hühner im Sitzen schlafen, benötigen sie Sitzstangen in ihrem Stall. Diese sind ca. 30-40 Zentimeter über einem Kotbrett angebracht. Die Stangen sollten mit einem ausreichenden Abstand angebracht werden, damit jedes Huhn ausreichend Platz hat. Auf der Sitzstange selbst sollten 20 Zentimeter pro Huhn eingeplant werden. Eine Stange sollte einen Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern, abgerundete Kanten und einen festen Sitz haben. Nur so können die Hühner angenehm darauf schlafen. Zum Säubern sollte man die Stangen herausnehmen können.

Gerettete Huehner Hühnerhaltung

Geeignete Hühnerställe und -häuser können Sie auch kaufen wie beispielsweise bei Hühnerstall.de.

Nahrung und Wasser

Hühner sollten Sie abwechslungsreich mit Körnerfutter, Weichfutter, Knollen und Mineralfutter füttern.

Als Körnerfutter eignen sich Weizen, Hafer und Gerste gut, aber auch Mais essen Hühner gerne. Als Weichfutter können Küchenreste wie gekochte Kartoffeln, Kartoffelschalen, eingeweichtes Brot, gekochte Nudeln, Reis oder Gemüse dienen. Ebenfalls ein typisches Weichfutter ist Schrot. Weichfutter sollte so dosiert sein, dass es innerhalb kurzer Zeit von den Hühnern aufgegessen wird, damit es weder schimmeln noch gefrieren kann. Auch Knollen und Wurzeln wie Möhren und Rüben werden gerne gefressen. Das Grünfutter, was im Sommer im Auslauf zur Verfügung steht, kann im Winter durch angekeimtes Getreide ersetzt werden.

Hühner haben durch ihre unnatürliche Eianzahl einen hohen Bedarf an Mineralstoffen, insbesondere Kalzium. Daher sollte Mineralfutter dem normalen Futter beigesetzt werden. Zusätzlich sollte immer Kalzium in Form von Muschelgrit zu Verfügung stehen, um das Osteoporoserisiko für die Tiere zu senken.

Den Hühnern muss außerdem jederzeit frisches Trinkwasser zugänglich sein. Es darf im Winter nicht gefrieren und sollte im Sommer eher im Schatten stehen. Jedes Huhn trinkt täglich einen Viertelliter Wasser und freut sich besonders über fließendes Wasser.

Gerettete Huehner Hühnerhaltung

Besonderheiten bei der Fütterung

Während der Mauser ist es besonders wichtig, auf eine ausgewogene Nahrung zu achten. Zu dieser Zeit wechseln Hühner ihr Federkleid und können leichter frieren. Ölhaltige Sämereien wie Hanf, Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Mais sorgen für eine erhöhte Wärmeproduktion.

Die Gefäße für Futter und Wasser müssen stabil, leicht zu putzen sein und dürfen nicht aus Metall bestehen. Als Standorte sollten Plätze gewählt werden, an denen die Näpfe nicht verunreinigt werden können und es genug Abstand zwischen den verschiedenen Näpfen gibt. Da Hühner eine Hackordnung haben, können so auch die rangniedrigeren oder neu hinzugekommenen Hühner in Ruhe essen, ohne verjagt zu werden. Auch müssen alle Hühner gleichzeitig fressen können.

Um ihr Essen im Magen zerkleinern zu können, fressen Hühner kleine Steine. Diese sollten sie im Auslauf oder im Stall in einem kleineren Grit- oder Sandkasten finden können.

Weitere Infos und Tipps

Für die Aufnahme von geretteten Hühnern müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Beispielsweise sollte die Hühnerhaltung in der Wohngegend erlaubt sein und die Tiere müssen bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Auch regelmäßige Impfungen gehören zu den Pflichten von Hühnerhaltern.

Gerettete Huehner Hühnerhaltung

Weiterführende Informationen rund um die Hühnerrettung und -haltung finden Sie auf der Website des Vereins Rettet das Huhn e.V.: www.rettet-das-huhn.de

Bitte helfen Sie den Hühnern, die in der Eierindustrie leben und nach wenigen Monaten sterben müssen, indem Sie Eier komplett von Ihrem Speiseplan streichen. Eine vegane Ernährung hilft dabei, das Leid der Tiere zu beenden.

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