fisch unter wasser

Fische sind faszinierende Lebewesen. Vor allem in den letzten Jahren wurden immer mehr interessante Erkenntnisse über die beeindruckenden Wassertiere gesammelt und veröffentlicht.

Während Fischfleisch landläufig noch immer als gesundes Nahrungsmittel angesehen wird und der Freitag hierzulande als klassischer „Fischtag“ gilt, gibt es überzeugende Gründe, Fische am Leben zu lassen und nicht zu essen. Neben der offensichtlichen Tatsache, dass Fische nicht getötet werden wollen, sprechen auch unsere eigene Gesundheit und der Schutz unseres Klimas gegen den Konsum von Fischfleisch. Es lohnt sich daher, Fische und andere Meerestiere dauerhaft vom Speiseplan zu streichen und durch vegane Fischalternativen zu ersetzen.

Die folgenden Gründe sprechen dafür, Fische am Leben zu lassen:

1. Fische sind faszinierende Tiere

Fische haben einiges zu bieten! Wie bei Hunden, Katzen und anderen Tieren tummeln sich auch unter den Wassertieren die unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Wussten Sie beispielsweise, dass Fische gerne gemeinsam singen und eigene Chöre bilden? Wie wir Menschen brauchen auch Fische die Kommunikation untereinander – Heringe beispielsweise können dabei so laut werden, dass ihre Geräuschkulisse von Forschern sogar schon für U-Boote gehalten wurde. [1] Zudem sind viele Fische ihren Partnern, Familienmitgliedern und Freunden gegenüber loyal und warnen sich bei Gefahr gegenseitig.

fische unter wasser

2. Fische empfinden Schmerzen

Fische sind Lebewesen, die Schmerzen fühlen. Sie leiden in der Fischzucht und wenn sie von Anglern gefangen werden. Zwar kommunizieren viele Fische über verschiedenste Lautäußerungen, die wir Menschen, zumindest außerhalb des Wassers, jedoch nicht hören können. Dennoch weist das Verhalten der Tiere eindeutig auf ihre Gefühle hin [2]: So zappeln und zucken Fische in Netzen und am Haken, kämpfen offensichtlich um ihr Leben. Wenn sie beim Angeln aus dem Wasser gezogen werden, können sie nicht mehr atmen und ersticken qualvoll. Der Angelhaken bohrt sich schmerzhaft durch ihre Lippen oder andere Körperteile. Ihre letzten Lebensminuten sind geprägt von Schmerz und Leid, gefolgt von einem qualvollen Tod.

3. Fischfleisch ist häufig schadstoffbelastet

Darüber hinaus ist der Fischkonsum nicht so gesund, wie allgemein angenommen wird: Im Fleisch von Fischen und Schalentieren können sich hohe Konzentrationen von Giftstoffen ansammeln. Ursache ist die zunehmende Verschmutzung von Gewässern und den Weltmeeren. Zu den gesundheitsschädlichen Stoffen zählen beispielsweise PCB, Dioxin, Quecksilber, Blei und Arsen, die Gesundheitsprobleme wie Nierenschäden, Entwicklungsstörungen und Krebs hervorrufen können. [3] In Deutschland wurden polychlorierte Byphenyle (PCB) als giftige Chlorverbindung bereits vor Jahren verboten. Früher waren krebsauslösende Chemikalien beispielsweise in Elektrogeräten, Lacken und als Weichmacher in Kunststoffen enthalten. Während die Verbreitung von PCB auch über das Wasser und die Atmosphäre erfolgen kann, werden PCB in erster Linie über den Konsum tierischer Produkte aufgenommen. Die Giftstoffe kommen vor allem in fetthaltigen Fischsorten vor. Die in Fischfleisch enthaltenen PCB können hormonelle Auswirkungen auf den Körper haben und so beispielsweise auch die Fruchtbarkeit beeinflussen. [4]

4. Die Fischerei schadet der Natur und belastet das Klima

Amerikanische Forscher untersuchten 2015 die Auswirkungen der Fischerei auf unsere Umwelt. Die Daten ergaben, dass in rund 55 Prozent der Weltmeere industrielle Fischerei praktiziert wird. [5] Mit rund 90 Millionen Tonnen pro Jahr ist der Fischfang seit dreißig Jahren auf dem gleichen Niveau geblieben [5] – eine zu große dauerhafte Belastung für die Ozeane, die sich bei diesem konstant hohen Pensum nicht erholen können.

Ein Hauptgrund für die konstante Zerstörung der Ozeane sind die in der industriellen Fischerei eingesetzten, teils kilometerlangen Schleppnetze. Sie werden über den Meeresgrund gezogen und zerstören dadurch den Lebensraum unter Wasser, darunter auch Korallenriffe. Hinzu kommt, dass durch die Schleppnetzfischerei mehr CO2 freigesetzt wird als durch die gesamte Luftfahrtindustrie. [8]

Eine weitere wissenschaftliche Studie ergab, dass der pazifische Müllstrudel „Great Pacific Garbage Patch“ zu 46 Prozent aus entsorgten Fischereinetzen besteht. [6] Immer mehr Gebiete gelten laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als überfischt – das bedeutet, es werden deutlich mehr Meeresbewohner gefangen und getötet, als diese sich fortpflanzen können.

5. Industrielle Fischzucht ist Massentierhaltung

Jedes Jahr werden 51 bis 167 Milliarden Fische in Aquakulturen für den menschlichen Verzehr gezüchtet und getötet. [7] Die Fischzucht ist nichts anderes als eine Massentierhaltung, in der Tiere zu Tausenden eingepfercht leben und nicht als Individuen angesehen werden. Lachse beispielsweise können ihrem ausgeprägten Bewegungsdrang durch die beengten Haltungsbedingungen nicht nachkommen. Oft ist das Wasser stark mit Exkrementen verschmutzt. Wie bei Hühnern, Schweinen und Rindern ist auch bei Fischen die Gabe von Antibiotika an der Tagesordnung. Aus den Fischfarmengelangen Abfälle, Parasiten, Chemikalien und Antibiotikarückstände in die Fjorde und Ozeane, was frei lebende Wassertiere zusätzlich dezimiert und die Umwelt bedroht.

6. Omega-3-Fettsäuren für ein gesundes Herz

Wenn es in der Ernährung um das Thema Fischfleisch geht, werden zumeist die für den Körper wichtigen Omega-3-Fettsäuren angeführt, die bei der Bekämpfung und Vorsorge von Herzkrankheiten wichtig sein sollen. Gerne wird dabei auf Fischölkapseln verwiesen – doch es gibt auch vegane Möglichkeiten, um den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren rein pflanzlich zu decken und Tierleid zu vermeiden. Wichtige Omega-3-Fettsäuren sind in Algenöl, Leinöl, Leinsamen, Nüssen und Samen enthalten oder können durch pflanzliche Omega-3-Kapseln supplementiert werden.

7. Es gibt zahlreiche leckere vegane Fischalternativen

Wer sich gesund ernähren will, muss kein Fischfleisch essen. Eine vollwertige vegane Ernährung verbunden mit der Supplementierung von Vitamin B12 deckt unseren Nährstoffbedarf problemlos. Zudem ist sie deutlich reicher an Antioxidantien, die unsere Zellen besser vor Krankheiten schützen. [9] Mit einer Fülle an köstlichen und vielfältigen veganen Rezepten kommt in der rein pflanzlichen Küche nie Langeweile auf – von veganem Lachs über Meeressalate auf Algenbasis oder täuschend echten Fischstäbchen, die vollkommen pflanzlich hergestellt werden. Auch herkömmliche Supermärkte bieten heute die verschiedensten veganen Fischalternativen an. Halten Sie beim nächsten Einkauf doch mal die Augen offen und probieren Sie etwas Neues aus – Sie werden überrascht sein!

omelette mit gemüse auf einem teller
(c) Vegan Richa

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Quellen

[1] New Scientist (21.09.2016): Fish recorded singing dawn chorus on reefs just like birds, https://www.newscientist.com/article/2106331-fish-recorded-singing-dawn-chorus-on-reefs-just-like-birds/, (eingesehen am 15.03.2021)

[2] Jabr, Ferris (2018): It’s official: Fish Feel Pain, https://www.smithsonianmag.com/science-nature/fish-feel-pain-180967764/, (eingesehen am 15.03.2021)

[3] Umwelt Bundesamt (04.05.2016): Häufige Fragen zu Quecksilber. Internetquelle abrufbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/haeufige-fragen-zu-quecksilber#textpart-1, (eingesehen am 15.03.2021)

[4] Zentrum der Gesundheit (07.03.2021): Kinderwunsch? So fördern Sie ihre Fruchtbarkeit, https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/ratgeber/lebenshilfe/kinderwunsch-ia, (eingesehen am 15.03.2021)

[5] American Association for the Advancement of Science (23.02.2018): Tracking the global footprints of fishery, https://science.sciencemag.org/content/359/6378/904, (eingesehen am 15.03.2021)

[6] L. Lebreton, B. Slat, et Al. (22.03.2018): Evidence that the Great Pacific Garbage Patch is rapidly accumulating plastic, https://www.nature.com/articles/s41598-018-22939-w, (eingesehen am 15.03.2021)

[7] fishcount.org. uk (2019): Estimated numbers of individuals in global aquaculture production (FAO) of fish species (2017), http://fishcount.org.uk/studydatascreens2/2017/numbers-of-farmed-fish-A0-2017.php?sort2/full, (eingesehen am 15.03.2021)

[8] Sala, E., Mayorga, J., Bradley, D. et al. Protecting the global ocean for biodiversity, food and climate. Nature (2021). https://www.nature.com/articles/s41586-021-03371-z, (eingesehen am 29.03.2021)

[9] Greger, Michael, and Gene Stone. 2016. How Not To Die. London, England: Macmillan.

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