Viele Menschen freuen sich, wenn ihre tierischen Mitbewohner im Garten oder in der freien Natur herumtollen. Der Geruch der Erde ist für Hunde und Katzen ausgesprochen interessant, und so knabbert manches Tier gerne an Pflanzen – sowohl draußen als auch in Innenräumen.

Tierhalter sollten sich darüber bewusst sein, dass viele Pflanzen in der Wohnung, auf dem Balkon und im Garten für Tiere giftig sein können. Mit einer tierfreundlichen Gartengestaltung können Sie den Tieren und sich selbst viel Leid ersparen. PETA50Plus hat die giftigsten Zierpflanzen für Sie zusammengestellt:

1. Osterglocken und Maiglöckchen

Besonders im Frühjahr, wenn es nach dem kahlen Winter wieder grünt und blüht, freuen sich Hunde und Katzen über die neuen Gerüche der vielen Frühblüher. Aber Achtung: Osterglocken und Maiglöckchen sind giftig und können zu Krämpfen bzw. Herzrhythmusstörungen führen. Sie sollten auf keinen Fall aufgenommen werden.

2. Tulpen, Primeln und Narzissen

Ebenso schön anzusehen, aber für Tiere genauso giftig sind andere Frühlingsblüher wie Tulpen, Primeln und Narzissen. Ihre Inhaltsstoffe können zu Reizungen der Schleimhäute führen. Essen Katzen und Hunde die Blüten oder Blätter, können außerdem Magenkrämpfe, Lethargie oder Atemnot die Folge sein.

3. Hyazinthen, Krokusse und andere Lilienarten

Zu den hochgiftigen Lilien gehören auch Hyazinthen und Krokusse. Sowohl Blüten, Blätter als auch die Knollen können zu Beschwerden bei Hunden, Katzen, aber auch bei Pferden, Nagetieren und Vögeln führen. Die bei Katzen statistisch häufigste Vergiftung stammt von lilienartigen Gewächsen. Daher sollten Sie auf diese Pflanzen in Haus und Wohnung lieber verzichten.

4. Rhododendron (Erica-Gewächse)

Auch der beliebte Rhododendron ist eine Gefahr für Tiere. Seine Blätter und Blüten sind hochgiftig und führen zu Erbrechen, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden sowie Koliken.

5. Hecken: Buchsbaum und Lebensbaum

Alle Teile des immergrünen Buchsbaums sind hochgiftig für Tiere. Sie können bei Aufnahme Vergiftungen mit Erbrechen, Durchfall und Krämpfen verursachen. Der vielfach für Hecken eingesetzte Lebensbaum – auch als Thuja bekannt – enthält für Tiere hochgiftige Öle.

6. Engelstrompete

Die schöne Engelstrompete, beliebt als Kübel- oder Zimmerpflanze, gehört zu den giftigsten Pflanzen. Alle Teile des Gewächses, aber vor allem Wurzel und Samen können zu Vergiftungserscheinungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen, Atemnot und Kreislaufstillstand führen.

7. Alpenveilchen

Das beliebte Alpenveilchen hat eine extrem giftige Knolle, die unseren tierischen Mitbewohnern zum Verhängnis werden kann. Der Verzehr kann zu Erbrechen, Durchfall, Koliken und Krämpfen führen, in schweren Fällen sogar zum Tod.

8. Zimmerpflanzen: Herzblatt und Fensterblatt

Giftig sind auch das Herzblatt und das Fensterblatt, weit verbreitete Zimmerpflanzen, die unlösliche Kalziumoxalat-Kristalle sowie Oxalsäure enthalten.

9. Ficus-Arten

Alle Ficus-Arten sind für Tiere giftig. Gerade die Birkenfeige (Ficus benjaminii) ist eine beliebte Zimmerpflanze, die einen milchigen Saft absondert.

10. Calla und Einblatt (Aronstabgewächse)

Calla und Einblatt sind beliebte Zimmerpflanzen, die allerdings giftige Scharfstoffe absondern. Berühren vor allem Katzen und Hunde den Pflanzensaft, wird die Haut gereizt. Außerdem enthalten die Aronstabgewächse toxische Säuren, die zu Schluckbeschwerden, Erbrechen und Krämpfen führen können.

Weitere Giftpflanzen für Tiere sind beispielsweise auch Efeu, Rittersporn, Flamingoblume und Oleander. Die Liste ist jedoch noch deutlich länger. [1]

Was Sie tun können

Wer sein Zuhause mit einem Tier teilt, sollte sich beim Tierarzt, mithilfe von Sachbüchern oder im Internet über die Risiken durch verschiedene Garten- und Zimmerpflanzen informieren und auf giftige Pflanzen draußen und drinnen verzichten. So schön beispielsweise Schnittblumen auch aussehen mögen: Fast alle geben ihre Giftstoffe ins Wasser ab. Trinken Tiere dieses Pflanzenwasser, kann das genau wie der direkte Verzehr der Pflanzen zu einer Vergiftung führen.

Auf Spaziergängen mit Hunden ist es ratsam, seinen Liebling stets im Blick zu haben. Zudem sollte der Hund lernen, dass er auf Zuruf sofort alles ablegt, was er aufgenommen hat.

So handeln Sie, wenn Sie Vergiftungserscheinungen bemerken

Wenn eine der oben genannten Vergiftungserscheinungen bei einem Tier auftritt, entfernen Sie die Vergiftungsquelle, sofern möglich, umgehend und bringen Sie Ihren Vierbeiner auf dem schnellsten Weg zu einem Tierarzt. Es kann zudem hilfreich sein, die mögliche Giftquelle mitzunehmen – so lässt sich unter Umständen wertvolle Zeit sparen.

Quellen

[1] Projekt Clinifarm/Clinitox: Giftsubstanzen, Giftpflanzen & Vergiftungssymptome bei Haus- & Nutztieren, https://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/toxsyqry.htm, (eingesehen am 03.12.2020)

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