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Fuchs im Garten – was tun? Alle Infos über den tierischen Besuch

Fuchs im Garten – was tun? Alle Infos über den tierischen Besuch

Sie haben einen Fuchs im Garten entdeckt und sind sich nun nicht sicher, wie Sie sich verhalten sollen? In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Füchse überhaupt in Gärten anzutreffen sind, ob Angst vor dem tierischen Besuch begründet ist und wie die friedliche Nachbarschaft mit einem Fuchs gelingt. Daneben finden Sie nachfolgend nützliche Tipps, wie Sie Wildtiere von Ihrem Garten fernhalten können, sollten Sie sich mit tierischem Besuch nicht wohlfühlen.

Wieso kommen Füchse in Gärten?

Wie zum Beispiel Steinmarder sind auch Füchse sogenannte Kulturfolger. Da die Tiere in der Nähe von Menschen leichter an Nahrung, wie Mäuse, Ratten, Tauben oder Abfälle, gelangen, trifft man sie oft in Städten oder Ortschaften an. Kein Wunder also, dass es sie auch in die Gärten der Menschen zieht. Der Mensch dringt immer stärker in den ursprünglichen Lebensraum der Wildtiere vor, und dort, wo einst Wälder, Wiesen und Brachland waren, breiten sich heute Wohngebiete aus. Die Tiere sind daher regelrecht dazu gezwungen, sich mit dem neuen Lebensraum anzufreunden und dort auf Suche nach Nahrung, Unterschlüpfen und Orten für die Aufzucht der Jungen zu suchen. Zudem ist der Fuchs, wie wir auch, ein Opportunist .Warum also auf dem Land wohnen, wo sich die Nahrungssuche mühsam gestaltet, wenn in der Stadt die Mülltonnen voll und keine Jäger anzutreffen sind?

Sind Füchse gefährlich?

Von Füchsen geht in der Regel keine Gefahr für den Menschen aus, doch wie bei jedem Wildtier ist natürlich ein gewisser Respekt angebracht.

Füchse sind normalerweise nicht aggressiv, und ihre natürliche Scheu lässt sie den Kontakt mit Menschen eher vermeiden. Erst wenn Menschen Füchse regelmäßig füttern, trauen sich die Tiere mehr in unsere Nähe und können sehr zutraulich werden. Dies sollte im Interesse des Wildtieres aber vermieden werden. Auch unsere tierischen Mitbewohner brauchen Füchse nicht zu fürchten, denn die Wildtiere meiden Konflikte mit anderen Tieren eher. Besonders Katzen mit ihren scharfen Krallen wären einem Fuchs in einer Auseinandersetzung überlegen. Haben Füchse gerade Junge zu versorgen, würden sie erst recht keinen Kampf riskieren und sich eher zurückziehen. In der Regel gehen sich Katzen und Füchse unbeeindruckt aus dem Weg.

Statt die Begegnung mit einem Fuchs zu fürchten, freuen sich viele Menschen eher über den tierischen Besuch. Denn als Gesundheitspolizei sorgt der Fuchs dafür, dass die Mäuse- und Rattenpopulationen in Städten und Ortschaften nicht überhandnehmen und zudem gesund bleiben.

Keine Angst vor Fuchsbandwurm oder Tollwut

Die Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist überaus gering, denn die durch ihn ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – ist eine der seltensten Parasitosen Europas.  Laut der Universität Würzburg ist es sogar wahrscheinlicher, von einem Blitz getroffen zu werden, als durch einen Fuchsbandwurm zu erkranken. Wenn Sie einen Fuchs im Garten antreffen, brauchen Sie also keine Panik haben. Achten Sie einfach darauf, Ihre Hände nach der Gartenarbeit zu waschen sowie Obst und Gemüse vor dem Verzehr gut zu säubern. Für Ihren tierischen Mitbewohner ist, wie immer, eine regelmäßige Entwurmung zu empfehlen. Wenn Sie Fuchskot im Garten finden, entfernen Sie diesen mit Schaufel, Handschuhen oder Hundekottüte und gießen Sie heißes Wasser über die Stelle.

Auch vor einer Tollwutübertragung durch Füchse brauchen Sie keine Angst haben, denn Deutschland gilt bereits seit 2008 als frei von terrestrischer Tollwut. Die gefährliche Krankheit wurde durch tierfreundliche Impfköder erfolgreich ausgemerzt. Lediglich Fledermäuse können sie noch auf Katzen übertragen, weswegen eine entsprechende Impfung der tierischen Mitbewohner sinnvoll ist.

So gelingt die friedliche Nachbarschaft

Statt unbegründet Angst zu haben, freuen Sie sich über Ihre tierischen Nachbarn. Füchse sind überaus faszinierende Tiere. Sie sind nicht nur sprichwörtlich sehr schlau, sondern auch sehr sozial und kümmern sich rührend um ihren Nachwuchs. In Gebieten, wo Füchse nicht gejagt werden, ist oft sogar der Vater an der Welpenaufzucht beteiligt, etwa indem er Nahrung beschafft oder ausgiebig mit den Jungen spielt.

Kaufen Sie sich eine Wildlife Cam und freuen Sie sich, am nächsten Tag das nächtliche Treiben der tierischen Nachbarn beobachten zu können. Auch Kinder können auf diese Weise viel über Wildtiere und deren Verhalten lernen.

Sollten Sie bemerken, dass ein Fuchs verletzt ist, kontaktieren Sie bitte eine Wildtierauffangstation oder rufen Sie die Fuchs-Hilfe an.

So können Sie Füchse tierfreundlich vertreiben

Sollte der tierische Besuch im Garten dennoch unerwünscht sein, gibt es Möglichkeiten, Füchse aus dem Garten fernzuhalten. Vermeiden Sie beispielsweise jegliche Nahrungsquellen im Garten wie Katzenfutter oder offene Abfalltonnen. Auch die Fütterung von anderen Wildtieren, wie beispielsweise Igel, zieht oft Füchse an.

Lärm und Licht schrecken die Tiere ab. Sie können beispielsweise ein Radio aufstellen oder eine Lampe mit Bewegungsmelder im Garten installieren. Füchse werden auch abgeschreckt, wenn sich Menschen regelmäßig in einem Bereich bewegen, wie beispielsweise Fußball spielende Kinder oder bei der gemeinsamen Nutzung des Gartens.

Zäune halten Füchse nicht davon ab, in Ihren Garten zu gelangen, denn diese überwinden die Tiere mit Leichtigkeit, untergraben sie oder zwängen sich durch kleine Öffnungen hindurch.

Wichtig: Sollten Sie einen Fuchsbau im Garten haben, dürfen Sie die Tiere auf keinen Fall stören, wenn sie gerade ihre Jungen aufziehen. Dies ist verboten.

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