Für Tierfreunde im besten Alter

Fuchs Gandalf: von Tierfreunden aufgezogen – vom Jäger getötet

Fuchs Gandalf: von Tierfreunden aufgezogen – vom Jäger getötet

Liebevoll wurde das verwaiste Fuchskind Gandalf in einer Wildtierstation aufgezogen. Nur wenige Zeit nach seiner Auswilderung wurde es von einem Jäger getötet.

Liebevoll wurde Gandalf von Pflegefamilie aufgezogen

2015 kam das Fuchsbaby Gandalf zu Familie Freiling nach Klosterseelte, die das verwaiste Wildtier für die Wildtieraufzuchtstation Rotenburg aufpäppelte [1]. Der gerade mal drei bis vier Monate alte Fuchs war zunächst verängstigt, dünn und voller Flöhe und Milben. Vier Mal täglich trank er seine Nahrung aus einer Schüssel, und es ging ihm stetig besser. Familie Freiling achtete bei der aufwändigen Pflege sehr darauf, Abstand zu halten, damit der kleine Fuchs nicht zu zahm wurde.

Als Gandalf ungefähr sieben Monaten alt war, wilderte Familie Freiling den kleinen Fuchs aus. Inzwischen war er bereits geschlechtsreif. Die erste Zeit kam er regelmäßig zum Essen zu seiner Pflegefamilie zurück, da er das Jagen erst erlernen musste.

Symbolbild

Gandalfs Glück war nach einem Jahr schlagartig vorbei

Ein Jahr lang konnte Gandalf seine Freiheit in vollen Zügen genießen. Doch dann wurde das kurze Leben des kleinen Fuchses schlagartig beendet: Im Herbst 2016 schoss ein Jäger in unmittelbarer Nähe des Hauses von Familie Freiling auf Gandalf. Der angeschossene Fuchs flüchtete sich Schutz suchend in einen Straßengraben mit Kanalrohr. Als Frau Freiling eine Stunde später zu dem Graben ging, sah sie ihren verletzten Zögling, wie er von den Hunden des Jägers attackiert wurde. Auch Herr Freiling kam an den Ort des Geschehens und musste mitansehen, wie Gandalf schließlich blutend und mit heraushängenden Gedärmen starb.

Warum musste Gandalf sterben?

Der Jäger behauptete nach seiner Tat, der junge Fuchs hätte sich in der Siedlung in Gärten herumgetrieben und wäre eine Bedrohung für die Enten und Hühner der Gärten gewesen. Doch dies stellt keinen vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes dar [2]. Erschwerend kommt in diesem Fall hinzu, dass der Fuchs wohl über einen längeren Zeitraum unter erheblichen Schmerzen gelitten haben muss. Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes hat die Tierrechtsorganisation PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen alle Teilnehmer der Jagd erstattet. Im Juli 2019 wurde das Verfahren jedoch eingestellt.

Gandalf musste auf grausamste Weise sterben, weil ein paar Jäger Lust am Töten haben. Bei der Jagd auf Füchse sterben viele der Tiere auf diese Weise, weil Jäger nicht richtig treffen, oder sie werden in Fallen regelrecht zerquetscht und verstümmelt. Die Fuchsjagd muss endlich verboten werden.

Die Jagd auf Füchse ist brutal und unbegründet

Füchse dienen den Jägern regelrecht als lebendige Zielscheibe, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Die zum Teil noch immer geäußerten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschließen. Deutschland ist seit 2008 offiziell frei von terrestrischer Tollwut [3], und die durch den Fuchsbandwurm ausgelöste Erkrankung – die alveoläre Echinokokkose – ist eine der seltensten Parasitosen (Infektionskrankheiten) Europas [4].

Die Jagd auf Füchse hat keinerlei regulierende oder reduzierende Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden [5, 6]. Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen. Populationsrückgänge betroffener Arten wie beispielsweise dem Feldhasen sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Jäger selbst jedes Jahr bundesweit rund 190.000 Feldhasen töten [7].

Luxemburg als Vorbild

In Luxemburg gibt es seit 2015 ein Verbot der Fuchsjagd [8]. Die Fuchspopulationen regulieren sich aufgrund von Sozialgefügen und Nahrungsverfügbarkeit selbst. Als Gesundheitspolizei sind Füchse zudem ein wichtiges Glied im Kreislauf der Natur. Sie sichern nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere erbeuten und Krankheitsherde somit sofort beseitigen. Ein Verbot der Jagd auf Füchse in Deutschland ist längst überfällig.

Was Sie tun können

  • Wenden Sie sich an den Landtagsabgeordneten Ihres Wahlkreises und bitten Sie ihn höflich, sich für ein Verbot der Jagd auf Füchse auf Landesebene einzusetzen.
  • Klären Sie Freunde und Bekannte über die Sinnlosigkeit der Fuchsjagd auf.
  • Lassen Sie Ihr privates Grundstück befrieden, sodass die Jagd auf Wildtiere dort verboten ist.