kabeljau unter wasser

Fische in Nord- und Ostsee bedroht: Fischfang trotz Schutzzone

Die Fische in unseren Ozeanen sind durch den Fischfang stark bedroht. Sie finden in den Meeren kaum Rückzugsorte, sondern werden überall gejagt. Die Fischbestände werden regelrecht geplündert, sodass einige Arten bereits vom Aussterben bedroht sind.

Auch in der Nord- und Ostsee sind die Fische nicht vor Fischernetzen sicher – trotz „Schutzgebieten“. Es wird Zeit für echte Meerestierschutzzonen, in denen menschliche Aktivitäten verboten sind!

Fische in Schutzgebieten stark bedroht

Eigentlich sollen die 2017 in der Nord- und Ostsee eingerichteten Schongebiete die Fische durch selektiven Fischfang vor massivem Fang schützen. Auch Riffe und Sandbänke sollen ebenso wie Schweinswale, Haie, Rochen und Wanderfische wie Aal und Lachs geschützt werden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Eine Studie hat 2018 gezeigt, dass in den Schutzgebieten sogar mehr Schleppnetzfischerei stattfindet als außerhalb der Zone. [1] Im Durchschnitt ist die Schleppnetzintensität in den Schutzzonen 40 Prozent höher.

Verloren gegangene Fischernetze gefährden Meerestiere

Bei der Schleppnetzfischerei werden Netze über den Boden gezogen, was nicht nur zahllose Fische das Leben kostet, sondern auch den Meeresboden und Riffe zerstört. Zudem sind verloren gegangene Fischernetze maßgeblich an der Vermüllung der Meere beteiligt. [2] In diesen sogenannten Geisternetzen verheddern sich häufig Haie, Schildkröten, Wale und Delfine. Besonders junge Tiere, die sich noch im Wachstum befinden, schnüren sich damit oft Körperteile ab. Betroffene Tiere werden schwer verletzt, verhungern oder ertrinken. [3] Dies soll sich in den nächsten Jahren sogar noch verschlimmern, denn Wissenschaftler prognostizieren, dass es ab 2050 mehr Plastikmüll (Gewicht) im Meer geben wird als es Fische gibt. [4]

fischernetz

Fischfang ist grausam

Das Fangen und Töten von Fischen – egal welcher Art – stellt einen enormen Eingriff in die Natur dar. Der Fischfang ist genau wie das Angeln mit großem Leid für die Tiere verbunden. Es ist inzwischen mehrfach und eindeutig wissenschaftlich erwiesen, dass Fische Schmerzen empfinden. [5]

Bei der Fischerei werden die empfindsamen Tiere in Netzen zerquetscht, ersticken an Bord oder werden noch lebendig aufgeschnitten. Wirbellose Tiere wie Kraken oder Krebse werden ebenfalls lebendig zerstückelt, wenn sie nicht schon erstickt sind. Auch landen oft ungewollt gefangene Tiere wie Haie oder Delfine in den Netzen. Diese werden häufig aus Zeitgründen wieder über Bord geworfen – auch, wenn sie bereits erstickt sind.

Wir brauchen Schutzzonen ohne Fischfang

Um die Fische wirklich zu schützen, müssen endlich „No-Take“-Zonen ohne jeglichen Fischfang eingerichtet werden. Dies ist bisher nur in wenigen europäischen Meeresschutzgebieten der Fall.

„Wir brauchen dringend echte Schutzgebiete in der Nord- und Ostsee, wo Meerestiere vor jeglicher Fischerei und anderen menschlichen Aktivitäten geschützt werden. Fischer sollten eine staatlich finanzierte Umschulung für klimafreundliche Berufe erhalten.“

Dr. Tanja Breining, PETA Deutschland

So können Sie Fischen helfen

Wie die meisten Wirtschaftszweige, die Tierleid verursachen, beruht auch der Fischfang auf der Nachfrage nach tierischen Produkten. Wenn diese sinkt, leiden auch weniger Tiere. Entscheiden Sie sich daher für eine vegane Lebensweise und streichen Sie Fische und Meerestiere von Ihrem Teller. Es gibt inzwischen zahlreiche vegane und tierfreundliche Alternativen für Fischgerichte und Fischöl-Kapseln. Halten Sie auch Abstand von tierquälerischen Aktivitäten wie dem Angeln, und unternehmen Sie lieber einen Bootsausflug oder gehen Sie schwimmen oder wandern.

Quellen

[1] Dureuil, M.; Boerder, K.; Burnett, K. A.; Froese, R.; Worm, B. (21.12.2018): Elevated trawling inside protected areas undermines conservation outcomes in a global fishing hot spot, https://science.sciencemag.org/content/362/6421/1403, (eingesehen am 23.03.2021)

[2] L. Lebreton, B. Slat, F. Ferrari, B. Sainte-Rose, J. Aitken, R. Marthouse, S. Hajbane, S. Cunsolo, A. Schwarz, A. Levivier, K. Noble, P. Debeljak, H. Maral, R. Schoeneich-Argent, R. Brambini & J. Reisser: Evidence that the Great Pacific Garbage Patch is rapidly accumulating plastic, https://www.nature.com/articles/s41598-018-22939-w, (eingesehen am 23.03.2021)

[3] Welt: Tödlicher Plastikmüll bedroht Meeresschildkröten, https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article147538872/Toedlicher-Plastikmuell-bedroht-Meeresschildkroeten.html (eingesehen am 23.03.2021)

[4] Zeit (19.01.2016): In 35 Jahren mehr Plastik als Fische im Meer, https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-01/plastik-umweltverschmutzung-meer-studie-weltwirtschaftsforum, (eingesehen am 23.03.2021)

[5] Sneddon, Lynne U. (2019): Evolution of nociception and pain: evidence from fish models. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B. London: The Royal Society

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