Elefanten

Eine Urlaubsreise bietet unvergessliche Erlebnisse: Entspannung am Meer und tropisch-warme Regionen mit vielfältiger Flora und Fauna stehen bei Reisenden besonders hoch im Kurs. Besonders Reiseziele wie Lateinamerika oder Südostasien bieten häufig sogenannte Mitbringsel an, die aus den Körperteilen von Tieren hergestellt wurden.

Von eingelegten Skorpionen in Schnapsflaschen über Teppiche aus Tierfellen bis hin zu Korallen-, Muschel- und Perlenschmuck, Schnitzereien aus Elfenbein, Taschen aus Exotenleder oder sogar lebenden Tieren: Die Abgründe der illegal eingeschmuggelten „Mitbringsel“ kommen oft erst bei der Zollkontrolle am Flughafen zum Vorschein. Viele „exotische Souvenirs“ sind nicht nur illegal und strafbar, für die „verarbeiteten“ oder lebendig ins Gepäck gezwängten Tiere bedeutet der Souvenir-Rausch einiger Touristen darüber hinaus große Qual.

Souvenirladen mit Perlenketten

95 Prozent der mitgebrachten Tiere sind tot

Als Drehkreuz des internationalen Flugverkehrs weisen die Zollbehörden in Frankfurt erschreckende Zahlen auf: Allein 2018 wurden rund 20.500 Erzeugnisse aus geschützten Tierarten sichergestellt. [1] Die Dunkelziffer fällt deutlich höher aus, denn es ist unmöglich alle Gepäckstücke der rund 70 Millionen Passagiere pro Jahr zu kontrollieren. Stichprobenartige Kontrollen bringen dennoch Erschreckendes zutage: Bärengallenflüssigkeit, die vor allem im asiatischen Raum als Wunderheilmittel gilt und den Tieren bei lebendigem Leib unter grausamsten Bedingungen entnommen wird, Walrosszähne, Wildkatzenknochen, Handtaschen und Schuhe aus Elefanten- oder Rochenleder. Diese Erzeugnisse sind nur ein Bruchteil der langen Liste an tierquälerischen Souvenirs, die Touristen in exotischen Ländern erwerben können. Alle haben eines gemeinsam: Sie bedeuten den Tod eines Tieres, einige eigens für den Missbrauch gezüchtet, andere grausam aus ihrem vertrauten Lebensraum gerissen.

Lebende Tiere gehören niemals ins Gepäck

Neben Gegenständen wie Schmuck, Figuren oder Kleidung aus den Häuten gefährdeter Tierarten fanden Zollbeamte 2018 in insgesamt 461 Fällen sogar lebende Tiere, die in Gepäckstücken eingepfercht waren. [1] Für diese Tiere bedeutet eine solche „Reise“ Todesängste: Sie hungern, verdursten und wissen nicht, wie ihnen geschieht, während sie vom einen Ende der Welt ans andere verschickt werden. Unter den geschmuggelten Tieren befinden sich alle möglichen Arten: von Affen und Bengalkatzen über Echsen, wie Leguane und Warane, bis hin zu giftigen und damit gefährlichen Tieren wie Vogelspinnen. Oftmals handelt es sich um gezielten und bewusst durchgeführten Tierhandel, doch auch Touristen versuchen immer wieder, lebende Tiere aus dem Urlaub in ihre Heimatländer mitzunehmen und verursachen so immenses Tierleid. Ein großer Teil der Tiere überlebt die Transporte zudem nicht.

Kofferkontrolle beim Zoll

Tiermärkte in Reiseländern bauen auf das Mitleid der Touristen

Viele der Tiere, die Touristen – auch arglos oder mit guten Intentionen – nach Deutschland schmuggeln, stammen von Tiermärkten in den jeweiligen Reiseländern. Die Händler zielen bewusst auf das Mitleid der Gäste ab: Hunde- und Katzenbabys, aber auch alle möglichen anderen Tiere wie Vögel, Reptilien und Nagetiere werden allein und zitternd vor Angst, Hunger und Durst in kleinen Käfigen gehalten, bis sich ein Tourist ihrer erbarmt und sie dem Händler abkauft. Die gute Absicht, damit den Leidenskreislauf des Tieres zu brechen, hat jedoch die gegenteilige Wirkung und schadet den Tieren letztlich. Mit jedem Kauf unterstützen Touristen ein grausames Geschäftsmodell, das immer neue Tiere ins Elend stürzt und es Händlern und Züchtern ermöglicht, auf Kosten der Tiere weiter Profite zu machen. Bitte kaufen Sie deshalb niemals lebende Tiere auf Märkten.

Touristenfotos mit Tieren fördern massives Tierleid

Immer wieder stößt man auf Reisen auf vermeintliche Touristen-Attraktionen, bei denen man für Geld neben angeblich gezähmten Tieren posieren kann. Die Fotografien sollen als schönes Andenken dienen – dahinter steckt jedoch ein grausames System der Tierausbeutung. Besonders beliebt sind sogenannte Tigertempel und vermeintliche Auffangstationen, bei denen zahlende Besucher Großkatzen aus nächster Nähe streicheln und mit ihnen posieren können. In nahezu allen Fällen stammen die Großkatzen aus dem illegalen Tierhandel. Sie werden mit Medikamenten ruhiggestellt und sind gezwungen, ihr Leben an einer kurzen Kette zur Belustigung der Besucher zu verbringen. Bitte buchen Sie solche Angebote niemals und investieren Sie nicht in Tierleid.

Personen fotografieren sich zusammen mit einem Tiger

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema „Tierfreundliches Reisen“ finden Sie unter PETA50Plus.de/themen/reisen.

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Quellen

[1] Stäbler, Patrick (2020): Die Kammer des Schreckens. In: Donaukurier, https://www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/Die-Kammer-des-Schreckens;art155371,4305127, (zuletzt eingesehen am 20.05.2021)

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