Millionen Reptilien und andere exotische Tiere werden Jahr für Jahr getötet und zu Schuhen, Handtaschen, Gürteln, Uhrenarmbändern und anderen Accessoires verarbeitet. Für die Exotenlederindustrie sind die Tiere bloße Rohstoffe, um enorme Profite zu erwirtschaften – Tierschutz spielt dabei, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Wir blicken hinter die Kulissen dieser grausamen Industrie und klären über die enorme Tierquälerei auf, die für Exotenleder immer noch stattfindet.

Krokodile in winzige Betonbecken gesperrt

Für die Herstellung von Luxushandtaschen, Geldbörsen, Uhrenarmbändern und weiteren Accessoires werden Häute von Alligatoren und Krokodilen verwendet, die teilweise aus Wildfängen, Farmen oder Ranching-Systemen stammen. [1] Bei letzterem werden Krokodileier in freier Wildbahn gesammelt und anschließend in den Farmen ausgebrütet. Die Jungkrokodile oder -alligatoren werden teilweise wieder ausgesetzt und teilweise für die Lederproduktion auf den Farmen oft zu tausenden eingesperrt und großgezogen. Dort müssen die Tiere in völlig überfüllten, dreckigen Betongruben mit stinkendem, trübem Wasser leben. Die beengten Haltungsbedingungen führen häufig zu Aggressionen, Verletzungen Infektionen und Krankheiten. Eine grundlegende medizinische Versorgung der Tiere gibt es meist nicht. [1] . Den Tieren wird in den Zuchtanlagen jede Möglichkeit genommen, ihrem natürlichen Verhalten nachzugehen. Alligatoren und Krokodile möchten in freier Natur Tunnel graben, ihre Jungen beschützen, im Wasser ihrer Beute auflauern oder Werkzeuge für die Jagd benutzen. [2] Stattdessen leben sie bis zu ihrem grausamen Tod in einem winzigen Betongefängnis.

Krokodilzucht in Vietnam für die Herstellung von Luxusprodukten aus Exotenleder.

Wenn die Alligatoren und Krokodile ein bis drei Jahre alt sind, werden sie getötet. Dafür werden sie per Bolzenschussgerät erschossen oder es wird – oftmals erfolglos – versucht, sie mit Elektroschocks zu betäuben, bevor ihnen das Genick aufgeschnitten und eine Metallstange in ihre Wirbelsäule gerammt wird. Viele der Tiere sind trotz Betäubungs- oder Tötungsversuchen noch am Leben und bewegen sich wahrscheinlich aufgrund unbeschreiblicher Schmerzen, wenn die Krokodile mit Wasser aufgepumpt, gehäutet oder ausgeweidet werden.

Schlangen lebendig gehäutet

Schlangen empfinden genau wie wir Menschen und alle anderen Tiere Schmerzen. Trotz dieses Wissens werden die Tiere für Exotenleder oft einem langen, schmerzhaften Todeskampf ausgesetzt und oft bei lebendigem Leibe gehäutet.

Tötung von Schlangen für die Produktion von Schlangenleder

PETA Asien konnte dokumentieren, wie in Vietnam Mund und Anus eines Python mit einem Gummiband abgebunden wurden, um ihn über ein in den Körper geschnittenes Loch mithilfe eines Luftkompressors bei lebendigem Leib aufzupumpen. Anderen Schlangen wird ein Nagel durch den Kopf geschlagen und sie werden an einem Baum aufgehängt. Über einen Schlauch im Mund werden sie anschließend mit Wasser befüllt, damit man ihnen besser die Haut vom Körper ziehen kann. Für die Tiere bedeutet das große Schmerzen, da sie langsam ersticken oder lebenswichtige Organe zerplatzen. Einige Schlangen winden sich sogar noch vor Schmerz, wenn sie gehäutet auf einen Haufen geworfen werden. Dort werden sie einfach liegengelassen, bis sie nach einem langen Todeskampf am Schock sterben oder verdursten. Da Schlangen und Echsen sehr widerstandfähig gegen Sauerstoffmangel sind, sind sie auch nicht sofort tot, wenn ihr Kopf abgetrennt wird.

Junge Strauße brutal misshandelt und getötet

Auch Strauße werden für ihre Federn und ihre Haut gezüchtet und brutal getötet. Aufdeckungen in den weltweit größten Schlachtbetrieben für Strauße zeigten das enorme Tierleid, das sich hinter den Luxushandtaschen verbirgt.

Straußenbabys, die normalerweise mehrere Jahre bei ihren Eltern bleiben würden, werden in kargen und verschmutzten Plätzen gehalten und gemästet. Im Alter von gerade mal einem Jahr werden die Jungtiere ins Schlachthaus transportiert. PETA USA konnte dokumentieren, wie Arbeiter die Strauße beim Transport in den Schlachthof brutal ins Gesicht schlagen. Im Schlachthaus angekommen, zwingen Arbeiter die Tiere in winzige Betäubungsboxen. Zu sehen ist, wie verängstigte Strauße dabei ausrutschen und hinfallen. Anschließend wird ihnen vor den Augen ihrer Artgenossen die Kehle durchgeschnitten, um dann gerupft, gehäutet und zerstückelt zu werden. Oftmals werden den sensiblen Vögeln die Federn noch bei vollem Bewusstsein aus ihrem Körper herausgerissen. Diese werden später zu Federboas, Accessoires und Staubwedel weiterverarbeitet. Obwohl auch das Fleisch der Strauße zum Verzehr verkauft und nach Europa exportiert wird, wird mit ihrer Haut das meiste Geld gemacht, wenn sie zum Beispiel zu teuren „Luxus“-Handtaschen verarbeitet wird.

Legaler und illegaler Handel bedroht gefährdete Arten

Um an die profitablen Häute von Waranen, Schlangen oder Krokodilen zu gelangen, werden die Tiere selbst oder ihre Eier der Natur entrissen. Viele Hersteller geben zum Beispiel an, dass sie die Pythonhäute von Farmen bezogen haben, obwohl diese angeblichen Zuchtfarmen gar nicht existieren. [3] Viele Länder, aus denen die Exotenlederindustrie ihre Häute bezieht, haben mit Korruption zu kämpfen, und auch der Schmuggel ist weit verbreitet. So helfen Beamte oft dabei, illegale Wildfänge als Farmzuchten zu deklarieren. Neben dem illegalen Handel stellt jedoch auch der legale Handel von exotischen Häuten eine potenzielle Gefahr für bedrohte Arten dar, da es für viele Tierarten keine belastbaren Zahlen über ihre Populationsgröße in freier Wildbahn gibt. [4]

Exotenleder birgt Pandemierisiko

Die meisten menschlichen Krankheiten stammen aus dem Tierreich. Dafür sind unter anderem die intensive Haltung und der enge Kontakt von Mensch und Tier verantwortlich. [5, 6] Die Exotenlederindustrie, die oftmals tausende Tiere auf Farmen einsperrt, ist hier keine Ausnahmen. Die unhygienischen und artwidrigen Haltungsbedingungen machen die Tiere krank. PETA und ihre internationalen Partnerorganisationen konnten außerdem zeigen, wie Arbeiter von Alligatoren verletzt wurden, als sie die Tiere zum Töten bringen wollten, oder wie sie ohne Schutzausrüstung in Kontakt mit Blut und Innereien von gehäuteten Schlangen kamen. All das sind ideale Bedingungen, damit gefährliche Infektionskrankheiten, wie das COVID-19-Virus, auf den Menschen überspringen können.

Was Sie tun können

Nicht nur Krokodile, Schlangen, Echsen und Strauße werden wegen ihrer Häute gejagt, gequält und getötet. Auch Zebras, Bisons, Wasserbüffel, Wildschweine, Kängurus, Elefanten, Aale, Haie, Delfine, Seehunde, Walrosse und Frösche werden für die globale Lederindustrie getötet. Dieses Tierleid muss aufhören!

Helfen Sie den Tieren, indem Sie niemals tierisches Leder kaufen, sondern auf veganes Leder zurückgreifen. Wenn die Nachfrage ausbleibt, wird auch die Tierquälerei aufhören.

Tipps rund um das Thema Tierhäute und tierfreundliche Kleidung finden Sie auf unserer Website:

Quellen

[1] Schweizer Tierschutz (2016): Tierschutzprobleme bei der Gewinnung von Reptilienledern, http://www.tierschutz.com/wildtiere/reptilienleder/pdf/report_reptilienleder.pdf, (eingesehen am 17.03.2021)

[2] Deutschlandfunk Nova (18.06.2014): Kletterkünstler mit Grips, https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/krokodile-intelligente-kletterk%C3%BCnstler#:~:text=Die%20Kletterb%C3%A4ume%20der%20Krokodile%20sind,desto%20h%C3%B6her%20konnte%20sie%20klettern, (eingesehen am 17.03.2021)

[3] Pro Wildlife: Reptilleder – ein grausamer Luxus, https://www.prowildlife.de/hintergrund/reptilleder/, (eingesehen am 17.03.2021)

,