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Tierqual für den Garten: Darum sind in Dünger oft Blut und Knochen

Tierqual für den Garten: Darum sind in Dünger oft Blut und Knochen

Wussten Sie, dass in vielen handelsüblichen Pflanzendüngern Blut und Knochen von Tieren enthalten sind? Oder dass sich mit Torf angereicherte Blumendünger negativ auf das Klima auswirken können? In diesem Blog erfahren Sie mehr darüber!

Wer konventionell düngt, tränkt seinen Boden mit Blut

Dass jeder, der seinen Pflanzen industriellen Dünger zufügt, seinen Boden automatisch mit Tierblut düngt, ist zu allererst einmal eine schaurige Feststellung. Denn wer Blumen anpflanzt und seinen Garten pflegt, möchte sich doch in der Regel am dort wachsenden Leben erfreuen, statt es anderen zu nehmen. Dennoch ist das Düngen mit Blut und Knochen eine jahrhundertalte, grausame Tradition, die sich auch teilweise in heutigen Düngemitteln fortsetzt. Sie geht auf Zeiten zurück, in denen es noch keine industriell hergestellten Düngemittel gab. Damals reisten Händler durch die Dörfer, um Knochen zu erwerben, die sie nach anschließendem Zermahlen dann als Dünger weiter veräußerten. Was zu jener Zeit unter Wiederverwertung fiel, ist heute jedoch schon lange überholt. [1]

Warum ist immer noch Blut in vielen Düngemitteln?

Damit Pflanzen tierische Stoffe aufnehmen können, müssen diese zuerst mit Säure behandelt werden. Einen direkten Nährwert haben die organischen Reststoffe in unbehandelter Rohform für Pflanzen also nicht. [1] Warum die Hersteller von Pflanzendünger trotzdem noch immer Fleisch- und Knochenmehl von Tieren verwenden, liegt an den Dumpingpreisen, für welche sie die Schlachtabfälle erwerben können. Dass das weder ethisch vertretbar noch umweltschonend ist, interessiert die meisten Hersteller dabei herzlich wenig. Stattdessen berufen sie sich auf einen einfachen Grundsatz: Für den Dünger werden Stickstoff- und Phosphatquellen benötigt. Die Überschüsse an tierischen Schlachtabfällen sind dabei die billigste Option.

Das Kernproblem ist der Konsum tierischer Produkte

Der Hauptgrund, weshalb Blut und Knochen von Tieren in Düngemittel verwendet werden, liegt an der Sichtweise und dem Umgang vieler Menschen in Bezug auf sogenannte Nutztiere in der Landwirtschaft. Unsere Gesellschaft ist geprägt durch Speziesismus, weshalb manche Tiere wie Hunde und Katzen als Partner und Gefährten geliebt und geschätzt werden, es jedoch gebilligt wird, wie Schweine, Kühe, Puten und viele weitere Tiere jeden Tag auf grausame Art in Schlachthöfen getötet werden. Aber was passiert mit den „Resten“ wie Blut oder Knochen?

Ein großer Teil der Abfälle aus der Tierproduktion wandert als vermeintlicher Nährstoffträger in Düngemittel. Allen voran in Produkte für den Hobbygärtnerbedarf. Deklariert sind diese Produkte oft mit verschleiernden Begriffen wie „Düngemittel organischen Ursprungs“, obwohl es sich dabei um nichts anderes als „Schlachtnebenerzeugnisse“ handelt. Mit jedem gekauften Sack Düngemittel unterstützen Verbraucher potenziell, ohne es zu ahnen, das Leid von Millionen Kühen, Schweinen und Hühnern.

Torfabbau tötet: Pflanzendünger ist mitverantwortlich für Klimakrise und Artensterben

Leider sind viele der konventionell erhältlichen Dünger weder gut für die Umwelt noch frei von Tierabfällen. Oft enthalten sie Torf, für den Moore abgetragen und dadurch Lebensräume für viele, nicht selten bedrohte Tierarten zerstört werden. Außerdem wird beim Entwässern der Moore Kohlenstoff und Lachgas freigesetzt, deren Auswirkungen für die Atmosphäre 298 Mal verheerender ausfallen als bei vergleichbarem CO²-Ausstoß. Zudem verlieren trockengelegte Moore ihre Fähigkeit als natürliche Kohlenstoffspeicher, was die Erderwärmung antreiben kann. [2]

Wer umweltfreundlich düngen möchte, kann auf Altbewährtes setzen

Wer seinen Boden nicht mit Blut und Knochen düngen möchte, dem stehen immer mehr rein pflanzliche, vegane Dünger zur Verfügung, für die man kein Tierleid in Kauf nehmen muss. Um effektiv herauszufinden, was Ihrem Boden fehlt, können Sie zum Beispiel auch eine Probe des Erdreichs oder Pflanzenblätter an offizielle Labore schicken, die dem Grund für ein möglicherweise schleppendes Pflanzenwachstum zielgerichtet auf den Grund gehen können.

Wer nach dem Vorsatz vorgeht, lieber ein wenig mehr zu düngen, sollte deshalb diese Option im Kopf behalten. Viele Hobbygärtner meinen es gut und überdüngen ihre geliebten Pflanzen mit Kombiangeboten, obwohl bedarfsgerechtes Düngen weitaus effizienter und zudem freundlicher für die Natur und ihre Bewohner und damit auch für die Generationen nach uns wäre.

Aber auch altbewährte pflanzliche Mittel leisten große Arbeit, wenn es um die Gesundheit des Erdreichs geht: Kartoffelwasser, Kaffee- und Teesatz sowie Kompost sind nach wie vor die wohl umweltfreundlichsten und nachhaltigsten Methoden, die Ihren Garten zur vollen Pracht blühen lassen.

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Quellen

[1] National Geographic (09.06.2020): Blut und Knochen im Blumendünger: Sind vegane Dünger eine Alternativ?, https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2020/06/blut-und-knochen-im-blumenduenger-sind-vegane-duenger-eine-alternative, (eingesehen am 24.09.2020)

[2] Bundesregierung (14.08.2014): Moore mindern CO2, https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/moore-mindern-co2-435992, (eingesehen am 24.09.2020)