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Das leidvolle Leben der Brieftauben – So können Sie helfen

Das leidvolle Leben der Brieftauben – So können Sie helfen

Hätten Sie gewusst, dass viele Stadttauben verwilderte „Brieftauben“ sind, die bei einem Wettflug den Weg in den heimischen Taubenschlag nicht mehr gefunden haben? Die ihre Familie nie wieder sehen werden und stattdessen ein hartes Leben voller Hunger in den Städten fristen müssen?

In Deutschland nehmen rund 25.000 Taubenzüchter immer wieder in Kauf, dass ihren Tieren ein solches Schicksal widerfährt – wohlwissend, dass ca. die Hälfte aller Tauben nach einem Wettflug nicht mehr in den Taubenschlag zurückkehrt. Hier lesen Sie, welches Leid die Tauben im sogenannten Brieftaubensport ertragen müssen und wie Sie ihnen helfen können.

Züchter nutzen die Treue der Brieftauben aus

Tauben sind sehr familiäre und standorttreue Tiere. Sie verbringen ihr ganzes Leben mit einem Partner, mit dem sie gemeinsam den Nachwuchs großziehen. Genau diese faszinierende Eigenschaft wird von Taubenzüchtern ausgenutzt. Für die sogenannten Wettflüge werden die Tiere bis über tausend Kilometer weit von ihrem Heimatschlag weggebracht und dort freigelassen. Da die Tauben um jeden Preis versuchen werden, zu ihrer Familie zurückzufinden, hoffen die Züchter auf einen schnellen Heimflug und damit ein hohes Preisgeld. Dieses Vorgehen wird im Brieftaubensport die „Nestmethode“ oder auch „Witwermethode“ genannt. Die Bezeichnung Witwer trifft es leider nur zu gut – denn rund 53 Prozent aller Tauben finden nach einem solchen Wettflug nicht zu ihrer Familie zurück. Im Brieftaubensport wird dies als „Verlustrate“ bezeichnet, welche durch den Kauf oder die Züchtung neuer Tauben ausgeglichen werden kann. Für die Tauben bedeutet es jedoch, ihren geliebten Partner für immer zu verlieren.

Brieftaube

Familien werden für immer auseinandergerissen

Doch selbst, wenn die Tauben es erfolgreich zu ihrem Schlag zurückgeschafft haben, bedeutet dies keinesfalls, dass sie bei ihrer Familie bleiben dürfen. So wird regelmäßig für die Wettflüge trainiert, sodass die Tiere die Angst um ihre Familie immer wieder aufs Neue durchleben müssen. Auch werden Tauben, die bei Wettflügen besonders schnell geflogen sind, auf Auktionsportalen im Internet an andere Taubenhalter versteigert. Denn je „erfolgreicher“ die Taube ist, desto mehr Geld bringt sie dem Züchter beim Verkauf ein. Das Tier erwartet dann ein Leben in einem neuen Taubenschlag, fernab von den Liebsten.

Die Tauben jedoch, die bei Wettflügen aus Sicht des Halters nicht schnell genug waren oder sich unterwegs verirrt haben, erwartet etwas noch Schlimmeres: der Tod. In Züchterkreisen ist es eine gängige Methode, diesen Vögeln ohne Betäubung die Hälse langzuziehen und den Kopf umzudrehen oder abzureißen – obwohl dies laut Tierschutzgesetz verboten ist.

Verirrte Brieftauben werden zu Stadttauben

Die Tauben, die nach einem Wettflug nicht in den Heimatschlag zurückfinden, sterben meist qualvoll an Flüssigkeitsmangel, Erschöpfung oder Verletzungen oder stranden in Städten, wo sie ein Leben voller Leid und Hunger führen. Obwohl gezüchtete Tauben in der Nähe von Menschen höhere Überlebenschancen haben, ist das Futterangebot in den Städten nur dürftig. Die Tiere benötigen eigentlich Körner, um ihren Nährstoffbedarf zu decken, doch in den Innenstädten finden sie nur Essensreste. Aus der Hungersnot heraus fressen Tauben meist nicht bekömmlichen Abfall. Im Winter ist das Nahrungsangebot für die Tiere sogar noch knapper.

Tauben / Brieftauben

Auch herumliegender Müll wird den Tieren oft zum Verhängnis. So verletzen sie sich an Plastikteilen oder verheddern sich in Schnüren, Fäden oder Haaren, was bis zum Absterben der Zehen führen kann. Hinzukommt, dass nicht viele Menschen den Vögeln freundlich begegnen. Sie werden verscheucht, verjagt, getreten und Schlimmeres. Der unberechtigte Abscheu, Ekel und sogar Hass, den einige Menschen gegenüber Stadttauben empfinden, macht es den Tieren nur noch schwerer. Auch hält sich leider das Image der Vögel als „Krankheitsüberträger“ hartnäckig, obwohl Tauben bereits seit 1998 laut Gesetz nicht mehr als sogenannte Schädlinge gelten und bereits mehrfach nachgewiesen wurde, dass keine bedrohlichen Krankheiten von Tauben übertragen werden. Dennoch verhängen viele Städte Fütterungsverbote und es werden Abwehrvorrichtungen angebracht, an denen sich die Tauben verletzten.

Es ist ein leiderfülltes Leben für die familiären und sanftmütigen Vögel. Sie überleben selten länger als zwei Jahre, obwohl die natürliche Lebenserwartung von gezüchteten Tauben eigentlich bei ca. 12 Jahren liegt.

So können Sie den Tauben helfen

Zum Glück gibt es viele Menschen, die den Stadttauben helfen wollen und Vereine ins Leben rufen, um die Vögel zu schützen. Sie richten Taubenschläge und Fütterungsstellen ein, versorgen verletzte Tauben auf Pflegestellen und engagieren sich für ein positives Image der Tiere. Schließen Sie sich einem solchen Verein an oder gründen Sie selbst ein Projekt, um den Stadttauben zu helfen und das harte Leben der Vögel zu erleichtern.

Tauben

Wenn Sie eine verletzte Taube gefunden haben, bringen Sie diese bitte umgehend in ein Tierheim, zu einem Tierarzt oder eine Tierklinik. Wildtiere werden dort meist kostenfrei versorgt.

Unterstützen Sie außerdem bitte niemals Taubenwettflüge, Tribünenflüge oder den sogenannten Brieftaubensport. Wenn Sie jemanden kennen, der mit dieser „Sportart“ zu tun hat oder Tauben züchtet, klären Sie denjenigen bitte über das Leid der sogenannten Brieftauben und Stadttauben auf.

Weitere Informationen

peta50plus.de/stadttauben-brauchen-unsere-hilfe
peta50plus.de/stadttauben-wo-ist-das-problem
peta.de/verletzte-taube-gefunden

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