Angler

Wenn Fische wie andere Tiere schreien könnten, würden vermutlich die wenigsten Angler behaupten, dass Angeln eine erholsame Freizeitbeschäftigung ist. Beim Angeln bohrt sich ein spitzer Haken durch die Lippen oder den Rachen der empfindungsfähigen Tiere. An diesem Haken werden die Fische mit ihrem ganzen Gewicht aus dem Wasser in die Luft gezogen, wo sie nicht atmen können. Bei Hochseefischen, die aus den Tiefen des Ozeans heraufgezogen werden, kann der schnell abfallende Druck dazu führen, dass die Schwimmblase reißt. Meist werden die um Sauerstoff ringenden Tiere mit einem Schlag auf den Kopf mehr oder weniger effektiv betäubt, bevor ihnen der Bauch aufgeschnitten wird und die Organe herausgenommen werden. Angeln ist immer mit massivem Tierleid verbunden.

Fische sind fühlende Lebewesen, die Schmerzen empfinden

Fische sind wie wir Menschen Wirbeltiere. Auch wenn sie alles andere als stumm sind, können sie ihre Schmerzen und Todesangst nicht in lauten, für uns Menschen hörbaren Schreien ausdrücken. Das führt dazu, dass ihr Leiden oftmals nicht wahrgenommen oder einfach ignoriert wird. Beim Fang schnappen die Tiere sichtbar nach Luft und zappeln verzweifelt – deutliche Zeichen, dass sie panisch um ihr Leben kämpfen. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Fische Schmerz empfinden und ihr Schmerzempfinden sehr stark dem anderer Wirbeltiere ähnelt. [1, 2, 3 4]

Wenn Fische gefangen werden, bohrt sich der Angelhaken in ihren Mund, der zahlreiche Schmerzrezeptoren aufweist [4] und eine ähnliche Funktion hat wie Menschenhände: Mit dem Mund fangen die Tiere ihre Nahrung und nehmen sie auf, bauen Nester und verstecken bei Gefahr sogar ihre Nachkommen darin.

Fisch am Angelhaken

Wettangeln – unnötiges Tierleid auf Wettfisch-Veranstaltungen

Deutschlandweit finden jedes Jahr in Dörfern und Städten sogenannte Königs- und Pokalfischen-Wettbewerbe statt, bei denen unzählige Fische an der Angelrute leiden und sterben. Nach dem Tierschutzgesetz sind solche Wettbewerbe rechtwidrig, denn Tiere dürfen nur aus „sinnvollen“ Gründen, beispielsweise zu Nahrungszwecken, getötet werden. Ein „sportlicher Wettkampf“, bei dem Sieger gekürt werden, rechtfertigt weder die Tötung der empfindsamen Tiere noch das Zufügen von Schmerzen.

Catch and Release: Tierquälerei fürs Trophäenfoto

Auch das sogenannte „Catch and Release“ ist grausam: Diese Angelpraxis ist meist mit der Jagd auf große Fische wie Welse oder Störe verbunden, mit denen die Angler vor der Kamera posieren. Nach dem Wiegen und Messen werden die Tiere wieder ins Wasser zurückgesetzt. Manche Fische werden nachts in einen Kescher gelockt, wo sie ersticken. Teilweise werden sie mit einem Seil, das durch Mund und Kiemen gezogen wird, festgebunden. Angler lassen die Fische nicht nur aus falsch verstandener Tierliebe wieder frei, sondern weil sie zum Verzehr nicht geeignet sind.

Angler

Laut Paragraf 17, Nr. 2b des Tierschutzgesetzes ist auch das Fangen und spätere Freilassen von Fischen in Deutschland verboten, denn dabei werden den Tieren länger anhaltende, erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt. [5] Die Fische sind teilweise mehrere Minuten ohne Sauerstoff, durch das Herumreichen wird ihre Hautschicht beschädigt. An Verletzungen, die der Haken hinterlassen hat, ist zu erkennen, dass viele Fische sogar mehrfach gefangen werden. Manche von ihnen stehen zunächst unter Schock, wenn sie ins Wasser zurückgeworfen werden und sind damit leichte Beute für andere Tiere. Andere sterben aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Luft. Wenn Menschen die empfindliche Schleimhaut und Schuppen der Fische berühren, erhöht dies die Anfälligkeit der Tiere für Infektionen mit Pilzen, Bakterien und Parasiten.

Fischfleisch enthält bedenkliche Schadstoffe

Anders als viele Menschen denken, ist der Verzehr von Fischfleisch für uns Menschen meist nicht gesund: Immer wieder wird in den Medien vor gefährlichen Schadstoffen in Fischfleisch gewarnt, darunter Schwermetalle, Würmer und chemische Rückstände. Aufgrund der zunehmenden Verschmutzung von Meeren, Seen und Flüssen ist das Fleisch von Fischen zudem oft mit Mikroplastik belastet. In größeren Raubfischen wie Thunfisch wird zudem oftmals Quecksilber nachgewiesen, [6] das besonders für Säuglinge und Kleinkinder bedenklich ist und zu Nervenschädigungen führen kann. Der Verzehr von rohem Fischfleisch – wie etwa in Sushi – birgt ein hohes Risiko für Parasitenbefall, ein Beispiel dafür sind Fadenwürmer.

Fische im Meer

Angeln zerstört Natur und Umwelt

Angler betonen gerne, dass sie fischen, weil sie die Natur lieben und das Wasser schützen wollen. Diese Argumentation entbehrt jedoch jeder Logik, denn wahre Naturfreunde erfreuen sich an ihrer Umwelt wie sie ist – ohne dafür Tiere töten zu müssen. Angeln führt dazu, dass viele junge Menschen und Kinder ihre natürliche Empathie gegenüber fühlenden Lebewesen wie Fischen verlieren.

Darüber hinaus birgt verlorenes, zurückgelassenes oder weggeworfenes Angelzubehör eine Gefahr für Vögel und andere Wildtiere, die sich in Angelschnüren verfangen oder an Haken schwer verletzen können. Umweltschützer kritisieren Angler auch dafür, meist nur den Bestand sogenannter Speisefische zu pflegen. Immer wieder werden fremde Fischarten illegal in heimischen Gewässern ausgesetzt, die gefährdete Arten weiter verdrängen können. Beim Angeln von Karpfen oder Friedfischen werden teilweise große Mengen Anlockfutter in die Gewässer gegeben, um die Tiere anzulocken und an einem Ort zu halten. Dies begünstigt neben der Verunreinigung des Gewässers auch Algenbildung und Sauerstoffmangel.

Tierfreundliche Alternativen zum Angeln

Wer die Natur und ihre tierischen Bewohner liebt, der kann einer Vielzahl an unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten nachgehen, die Tieren kein Leid zufügen. Wandern, Campen, Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Kanu- und Fahrradfahren, Beobachtungen von Vögeln, Insekten und anderen Wildtieren oder selbst das Einsammeln von Müll: All das sind tolle Möglichkeiten, die Natur zu genießen und aktiv zu schützen, ohne dass Tiere gequält und getötet werden.

Taucher

Erkennen Sie Fische als fühlende Lebewesen an:

  • Entscheiden Sie sich für eine tierleidfreie Ernährungs- und Lebensweise.
  • Informieren Sie Familie, Freunde und Bekannte darüber, dass Fische wie alle anderen Tiere ein Recht auf ein unversehrtes Leben in Freiheit haben.
  • Klären Sie auch Ihr Umfeld über das tierquälerische Hobby Angeln auf.
Quellen

[1] Sneddon, Lynne U. (2011): Pain perception in fish, Evidence and implications for the use of fish, Journal of Consciousness Studies, 18, No. 9-10, 209-229

[2] Braithwaite, Victoria A. (2010): Do Fish Feel Pain?, Oxford: Oxford University Press

[3] Segner, Helmut (2013): Nociception and pain, A biological perspective, Contributions to Ethics and Biotechnology 9, 94

[4] Sneddon L. U., Braithwaite V. A. & Gentle M. J. (2003): Do fishes have nociceptors? Evidence for the evolution of a vertebrate sensory system. Proc. R. Soc. Lond. B.270, 1115–1121

[5] Bundesamt für Justiz und Verbraucherschutz: Tierschutzgesetz, https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html, (eingesehen am 11.03.2021)

[6] Umwelt Bundesamt (2016): Häufige Fragen zu Quecksilber, https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/haeufige-fragen-zu-quecksilber, (eingesehen am 11.03.2021)

[7] Medizin.de (2017): Anisakiasis: Wenn Würmer auf dem Fisch krabbeln, https://www.medizin.de/ratgeber/anisakiasis.html, (eingesehen am 11.03.2021)

,